Quartalsdesaster: Infineon verdoppelt Verlust - DER SPIEGEL
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Quartalsdesaster Infineon verdoppelt Verlust

Europas größter Chiphersteller Infineon kommt nicht zur Ruhe. Nachdem das Unternehmen durch einen Schmiergeldskandal in die Schlagzeilen geriet, bricht jetzt auch das Geschäft ein. Durch gesunkene Chippreise fallen die Quartalsverluste höher aus als erwartet.
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München - Das Minus vor Steuern und Zinsen verdoppelte sich im dritten Quartal des Geschäftsjahres im Vergleich zum Vorquartal auf 234 Millionen Euro, teilte Infineon   mit. Im Vorjahreszeitraum hatte der Konzern noch einen Gewinn von zwei Millionen Euro verbucht.

"Diese Entwicklung ist hauptsächlich auf das gegenüber dem Vorquartal wesentlich niedrigere Preisniveau im Segment Speicherprodukte und den anhaltenden Preisdruck vor allem bei Sicherheits- und Chipkarten zurückzuführen", hieß es. Unter dem Strich verzeichnete der Chiphersteller einen Verlust von 240 Millionen Euro nach einem Minus von 56 Millionen Euro ein Jahr zuvor.

Der Umsatz brach im Vergleich zum Vorjahr um 16 Prozent auf 1,6 Milliarden Euro ein. Erlössteigerungen im Segment Speicherprodukte seien von geringeren Umsätzen in den Bereichen Kommunikation, Automobil- und Industrieelektronik aufgezehrt worden, hieß es.

Für das weitere Geschäftsjahr zeigte sich der Chiphersteller gedämpft zuversichtlich. Das Unternehmen rechnet für das laufende Quartal im Speicherbereich mit Preisstabilität und dem Gewinn von Marktanteilen. Im Segment Kommunikation geht Infineon zudem im Vergleich zum Vorquartal davon aus, dass der operative Verlust stabil bleiben oder sich leicht verringern werde.

Infineon wird derzeit zusätzlich durch einen Schmiergeldskandal belastet. Mit dem Vorstandsmitglied Andreas von Zitzewitz ist deswegen bereits ein Top-Manager zurückgetreten.

Die Staatsanwaltschaft München ermittelt wegen des Verdachts der Bestechlichkeit, Untreue und Steuerhinterziehung gegen Zitzewitz und zwei mögliche Komplizen. Als Infineon-Vorstand soll er von einer schweizerischen Sponsoring-Agentur sechsstellige Vermittlungsprovisionen für die Anwerbung von Partnern bei Motorsport-Veranstaltungen kassiert haben.

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