Quartalsergebnis: Yahoo-Ausblick schockt Investoren - DER SPIEGEL
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Quartalsergebnis Yahoo-Ausblick schockt Investoren

Mit einem unerwartet niedrigen Umsatzausblick und Verzögerungen bei seiner neuen Werbeplattform hat Yahoo die Anleger verschreckt. Der Aktienkurs brach um bis zu 18 Prozent ein.
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San Francisco - Das lang erwartete neue Anzeigen-System für Suchanfragen werde um drei Monate auf das vierte Quartal verschoben, kündigte Firmenchef Terry Semel an. Yahoo benötige mehr Zeit, bevor es das System den Kunden präsentieren könne. Einzelne Teile kann Yahoo sogar erst Anfang 2007 einführen. Deshalb werde sich das System auch erst im Frühjahr beim Gewinn bemerkbar machen. Die Nachricht sorgte für einen Kurseinbruch. Der Wert sackte um bis zu 15 Prozent ab, dies war der stärkste Rückgang seit mehr als vier Jahren.

Yahoo will mehr Geld mit Anzeigen auf Seiten mit Suchergebnisse verdienen. Hier hat ihm sein schärfster Konkurrent Google Marktanteile abgejagt. Deshalb hat Yahoo vor einigen Monaten mit dem Internet-Auktionshaus Ebay eine umfassende Zusammenarbeit bei Werbung und Handel im Internet vereinbart.

Yahoo wies für das gerade abgelaufene zweite Quartal einen deutlichen Gewinnrückgang aus. Damit hatten Investoren und Analysten jedoch gerechnet, weil im Vergleichsquartal ein hoher positiver Sonderposten zu Buche geschlagen war. Im zweiten Quartal sank der Nettogewinn um 78 Prozent auf 164 Millionen Dollar oder elf Cent je Aktie. Der Umsatz stieg indes um 28 Prozent auf 1,12 Milliarden Dollar.

Für das Gesamtjahr rechnet Yahoo 2006 mit einem Umsatz zwischen 4,60 und 4,85 Milliarden Dollar, während Analysten von 4,69 bis 4,9 Milliarden erwartet hatten. Auch der für das dritte Quartal genannte Umsatz fiel etwas niedriger aus als bislang angenommen. Yahoo rechnet mit einem Umsatz zwischen 1,12 Milliarden und 1,23 Milliarden Dollar.

"Enttäuschend, das sieht nach einem schlechten Quartal aus", sagte Analyst Tim Boyd von Caris & Co angesichts der Zahlen. Auch Safa Rashtchy von Piper Jaffray & Co. zeigte sich wenig begeistert: "Die ersten Anzeichen deuten darauf hin, dass Google weiter Marktanteile hinzugewinnt". Zwar sei das zweite Quartal in Bezug auf die Internetsuche meist nicht so geschäftig. "Aber selbst wenn wir das einrechnen, hätten wir uns mehr versprochen."

Yahoo war zuletzt auch durch Kritik von Menschenrechtsgruppen in die Schlagzeilen geraten. "Reporter ohne Grenzen" warf dem Konzern vor, den Behörden in China bei der Identifizierung eines kritischen Internet-Publizisten geholfen zu haben. Yahoo hatte wiederholt erklärt, chinesische Gesetze respektieren zu müssen. Auch Google musste sich vorwerfen lassen, in China gegen seine eigene Firmenphilosophie zu verstoßen, weil es dort politisch sensible Begriffe sperren lasse.

tim/Reuters