Quartalshit DaimlerChrysler gelingt die Überraschung
Stuttgart - Das Unternehmen teilte am Abend in Stuttgart mit, der Betriebsgewinn habe in den Monaten Juli bis September 1,838 Milliarden Euro betragen, 38 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Analysten hatten nur mit einem Anstieg um 17 Prozent auf 1,564 Milliarden Euro gerechnet.
Auch mit dem Konzernumsatz von 38,2 Milliarden Euro - einem Plus von neun Prozent - übertraf der Konzern die Erwartungen der Analysten, die im Schnitt Erlöse von 36,8 Milliarden Euro prognostiziert hatten.
Der Absatz stieg den Angaben zufolge gegenüber dem Vorjahresquartal weltweit um neun Prozent auf 1,2 Millionen Fahrzeuge. Die Verkäufe der Pkw-Sparte Mercedes Car Group wuchsen mit 310.900 Wagen um sechs Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die US-Tochter Chrysler setzte im dritten Quartal mit weltweit 736.200 Fahrzeugen 13 Prozent mehr ab.
Wie das Unternehmen weiter erklärte, trugen alle automobilen Geschäftsfelder mit Ergebnisverbesserungen zu der positiven Entwicklung bei. Der Konzern sagte für das Gesamtjahr ohne die Belastungen aus der Neuausrichtung der defizitären Kleinwagentochter Smart erneut einen leichten Anstieg des operativen Gewinns voraus. Im vorigen Jahr hatte dieser 5,8 Milliarden Euro betragen.
Das Ergebnis werde in diesem Jahr vor allem durch den Euro-Wechselkurs und gestiegene Rohstoffpreise belastet, hieß es. Darüber hinaus werde das Unternehmen in den nächsten zwölf Monaten rund 950 Millionen Euro für den Stellenabbau bei Mercedes aufwenden. Der größere Teil davon werde voraussichtlich im vierten Quartal 2005 anfallen. Bei Mercedes sollen 8500 Arbeitsplätze gestrichen werden.
DaimlerChrysler geht davon aus, dass die Aufwendungen für den Personalabbau durch Sondererträge sowie durch Ergebnisverbesserungen im operativen Geschäft kompensiert werden können. Der Ergebnisausblick für 2005 bleibe deshalb unverändert. Zum Verkauf steht derzeit die Dieselmotoren-Tochter MTU Friedrichshafen, deren Wert von Analysten auf 1,1 Milliarden bis 1,7 Milliarden Euro taxiert wird.