Quartalszahlen DaimlerChrysler wieder im Plus
Stuttgart - Hauptgrund ist die deutliche Reduzierung der Verluste von Chrysler, teilte der Automobil-Konzern am Freitag in Stuttgart mit. Nachdem Chrysler bis Ende März einen bereinigten operativen Verlust von 1,4 Milliarden Euro hinnehmen musste, lag der Verlust im zweiten Quartal nur noch bei 100 Millionen Euro. Dies war weniger, als viele Analysten erwartet hatten. Der Kurs legte am Mittag um rund 1,0 Prozent auf 56,83 Euro zu.
DaimlerChrysler blieb bei der Prognose, dass sich der operative Gewinn ohne Berücksichtigung der milliardenschweren Sanierungskosten im Gesamtjahr 2001 in der Bandbreite von 1,2 bis 1,7 Milliarden Euro bewegen werde. Chrysler habe im ersten Halbjahr alle Meilensteine des Sanierungsplans erreicht, betonte der Konzern. Allerdings hieß es auch: "Die anhaltend schwierigen Marktbedingungen stellen weiterhin eine große Herausforderung dar."
Im Gesamtkonzern gab es einen um Einmaleffekte (TEMIC-Verkauf) bereinigten operativen Gewinn von 725 Millionen Euro, nachdem DaimlerChrysler im ersten Quartal noch bereinigt 610 Millionen Euro Verlust ausgewiesen hatte. Das bereinigte Konzernergebnis betrug im zweiten Quartal 535 Millionen Euro nach einem Verlust von 373 Millionen Euro im Quartal davor. Das bereinigte Ergebnis je Aktie lag bei 0,53 Euro nach minus 0,37 Euro per Ende März.
Mercedes weiterhin Eckpfeiler im Konzern
Der Absatz der Pkw von Mercedes-Benz/Smart lief im zweiten Quartal mit einem Plus von sechs Prozent auf 328.800 Einheiten weiter blendend. Chrysler konnte allerdings wegen der schwächeren US-Marktes mit 821.000 Autos vier Prozent weniger an die Händler ausliefern. Sorgen macht der Nutzfahrzeugmarkt, der vor allem wegen der Absatzkrise für schwere Lkw in den USA um zwölf Prozent auf 127.900 Einheiten einbrach.
Da DaimlerChrysler die hohen Sanierungskosten von rund 3,2 Milliarden Euro für die angeschlagenen Chrysler-Group und den hoch verschuldete japanischen Autobauer Mitsubishi vollständig im ersten Quartal berücksichtigt hatte, sind nur die bereinigten Zahlen vergleichbar. Denn inklusive der Restrukturierungskosten hatte der operative Verlust im ersten Quartal 3,75 Milliarden Euro betragen.
Wegen der hohen Aufwendungen im ersten Quartal für die Chrysler-Sanierung weisen die unbereinigten Halbjahreszahlen noch hohe Verluste auf. Der operative Verlust betrug 2,8 Milliarden Euro, im ersten Halbjahr 2000 hatte der Gewinn noch rund fünf Milliarden Euro betragen. Der Umsatz ging in den ersten sechs Monaten von 84,7 auf 76,9 Milliarden Euro zurück.
Chryslers Sanierungsplan sieht die Schließung mehrere Fabriken, die Streichung von rund 26.000 Jobs, Preiszugeständnisse der Zulieferer und eine verringerte Produktion vor. Überrascht hatte der US-Autobauer im Juni mit einem Plus von einem Prozent bei den Verkäufen an Endkunden, nachdem es im April und Mai noch Rückgänge gegeben hatte.