Quartalszahlen: Intel glänzt, Yahoo überrascht, IBM enttäuscht - DER SPIEGEL
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Quartalszahlen Intel glänzt, Yahoo überrascht, IBM enttäuscht

Bizarre Börsenlogik: Der Quartalsgewinn von Yahoo geht zurück – trotzdem freuen sich Analysten, weil der Verlust nicht so schlimm ist wie erwartet. IBM dagegen legt zu – und enttäuscht doch die Börsianer. Sie wollten mehr. Nur bei Intel scheint alles bestens.
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Hamburg - Bei Intel   lief es im abgelaufenen Quartal rund: Der Überschuss kletterte im Vergleich zum Vorjahresquartal um 43 Prozent auf 1,9 Milliarden Dollar. Der Gewinn je Aktie stieg im Vergleich zum Vorjahresquartal von 22 Cent auf 31 Cent, wie der Mikroprozessoren-Hersteller nach US-Börsenschluss mitteilte. Der Umsatz kletterte von 8,74 auf 10,1 Milliarden Dollar.

Die Börsianer freuten sich: Branchenexperten hatten nur 9,61 Milliarden Umsatz erwartet. Immerhin ist der Konkurrenzkampf zwischen Intel und dem Hauptrivalen Advanced Micro Devices ziemlich hart. Dadurch stagnierten die Chip-Preise. Der höhere Absatz, ein beträchtlicher Stellenabbau und andere Sparmaßnahmen brachten Intel trotzdem einen deutlichen Anstieg der Bruttogewinnmarge, die von 46,9 auf 52,4 Prozent stieg.

Für das Gesamtjahr rechnet das Unternehmen mit einer Bruttomarge zwischen 51 und 53 Prozent. Zuvor waren 51 Prozent "plus oder minus einige wenige Punkte" in Aussicht gestellt worden. Für das vierte Quartal geht der Chip-Hersteller von einer Marge von 57 Prozent "plus oder minus einige Punkte" aus. Der Umsatz soll im vierten Quartal zwischen 10,5 und 11,1 Milliarden Dollar liegen.

Yahoo: Umsatzanstieg von 12 Prozent

Der Internet-Konzern Yahoo   hat im dritten Quartal gegenüber dem entsprechenden Vorjahresabschnitt einen kräftigen Umsatzanstieg von zwölf Prozent auf 1,8 Milliarden Dollar verbucht. Der Gewinn fiel jedoch auf elf Cent je Aktie beziehungsweise auf 151 Millionen Dollar insgesamt. Im Vorjahreszeitraum lag er noch bei 159 Millionen Dollar.

Der Neunmonatsumsatz stieg auf von 4,7 auf 5,1 Milliarden Dollar. In den ersten neun Monaten dieses Jahres verdiente der Konzern 454,3 Millionen Dollar statt wie im Vergleichszeitraum des Vorjahrs 482,7 Millionen Dollar. Das macht je Aktie 32 statt 33 Cent.

Immerhin: Yahoo hat die Erwartungen der Wall Street übertroffen. Die Analysten hatten einen stärkeren Gewinnrückgang erwartet. Yahoo hat nach wie vor im Online-Werbegeschäft mit seinem dominierenden Hauptrivalen Google   schwer zu kämpfen. Vor einigen Monaten ersetzte das Unternehmen den langjährigen Konzernchef Terry Semel durch den Firmenmitgründer Jerry Yang, der Yahoo wieder auf Vordermann und in neue Wachstumsbereiche bringen soll.

Yahoo gab gestern auch neue Werbevereinbarungen mit dem Web- Site WebMD sowie mit Cars.com, mit Forbes.com und dem Medienunternehmen Ziff-Davis Media bekannt.

Schwacher Dollar hilft IBM

Der amerikanische Computerkonzern IBM   konnte seinen Gewinn im dritten Quartal kräftig steigern - um 6,3 Prozent auf 2,4 Milliarden Dollar. Das Software-Geschäft wies nicht zuletzt wegen Milliarden- Akquisitionen der vergangenen Jahre einen kräftigen Umsatzanstieg auf, während es bei Hardware Einbußen gab.

Der IBM-Gewinn pro Aktie erhöhte sich im Juli-September-Abschnitt auf 1,68 Dollar. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren es 1,45 Dollar. Der Quartalsumsatz stieg um 6,6 Prozent auf 24,1 Milliarden Dollar. Der schwache Dollar half IBM - dank des starken Auslandsgeschäfts. Ohne Wechselkursveränderungen wäre der Umsatz nur um drei Prozent gestiegen.

Die Börse reagierte trotzdem enttäuscht: IBM-Aktien verloren nachbörslich rund ein Prozent an Wert, der Kurs sank auf 118,21 Dollar. "Einige Leute haben sicherlich bessere Zahlen erwartet, darunter auch wir", kommentierte der Branchenanalyst Shaw Wu von American Technology Research den Quartalsbericht. "Alles in allem sind die Zahlen aber im Rahmen der Erwartungen."

ase/dpa/Reuters

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