Quartalszahlen: Milliardenverluste bei Alcatel - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Quartalszahlen Milliardenverluste bei Alcatel

Der französische Netzwerkausrüster Alcatel hat im zweiten Quartal dieses Jahres einen Nettoverlust von 3,1 Milliarden Euro gemacht. Ursache sind Sonderabschreibungen. Der Aktienkurs steigt.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Paris - Im Vorjahresquartal hatte das Ergebnis noch 344 Millionen Euro betragen. Im ersten Halbjahr beläuft sich der Verlust auf 2,9 Milliarden. Die Nummer zwei im Alcatel-Management, Krish Prabhu, trat nach Bekanntgabe der Zahlen zurück. 14.000 Beschäftigte sollen entlassen werden.

Das Unternehmen führte die Einbrüche auf die lahmende US-Konjunktur zurück. Der Kurs der Alcatel-Aktie   in Paris legte nach Bekanntgabe der Zahlen um 4,6 Prozent auf 17,62 Euro zu. Analysten hatten die schlechten Nachrichten von Alcatel bereits erwartet.

Alcatel konnte nach eigenen Angaben im zweiten Quartal einen operativen Gewinn von 136 Millionen Euro erwirtschaften. Im Vorjahr lag er bei 638 Millionen. Die Umsätze seien auf 6,767 Milliarden von 7,687 Milliarden Euro im Vorjahresquartal gefallen.

Alcatel machte Sonderabschreibungen in Höhe von drei Milliarden Euro für die Verluste verantwortlich. Der Netzwerkhersteller hatte bereits Ende Mai den Abbau von mehr als 4000 Arbeitsplätzen und den Verkauf mehrerer Unternehmensbeteiligungen angekündigt.

Im Mai war die Fusion von Alcatel mit Lucent Technologies gescheitert. Nun schreiben beide Unternehmen getrennt Verluste. Lucent machte im dritten Quartal einen Verlust von 1,2 Milliarden Dollar und kündigte an, ein Drittel seiner 123.000 Mitarbeiter zu entlassen.