Quartalszahlen: Post und Allianz sorgen an der Börse für Kauflaune - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Quartalszahlen Post und Allianz sorgen an der Börse für Kauflaune

Wenige Monate vor dem Ende ihres Monopols zeigt sich die Deutsche Post für den freien Wettbewerb gut aufgestellt. Der Konzern konnte Umsatz und Gewinn kräftig steigern. Auch der Versicherungskonzern Allianz legte hervorragende Zahlen vor. Die Aktienkurse beider Unternehmen springen nach oben.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Bonn/München - Die Post konnte ihren operativen Gewinn (Ebit) im zweiten Quartal um 9,5 Prozent auf 703 Millionen Euro steigern, wie der Konzern heute Morgen mitteilte. Der Umsatz legte um 6,5 Prozent auf 15,4 Milliarden Euro zu. Analysten hatten im Vorfeld mit etwas weniger gerechnet - entsprechend deutlich kletterte der Aktienkurs nach Bekanntgabe der Zahlen. Am Vormittag notierte das Papier der Deutschen Post   bei 21,68 Euro 2,5 Prozent im Plus.

Für das Gesamtjahr hält der Vorstand allerdings an seiner Prognose fest. Demnach kann die Post mit einem operativen Gewinn vor Einmaleffekten von mindestens 3,6 Milliarden Euro rechnen.

Im Briefbereich, in dem das Monopol zum Jahresende wegfallen soll, profitierte der Konzern von seiner internationalen Expansion. Die Sparte steigerte ihren operativen Quartalsgewinn bei stabilen Umsätzen um 3,4 Prozent auf 331 Millionen Euro.

Für die Zukunft werde in dem Bereich ein stabiler bis leicht steigender Umsatz erwartet. Dabei werde weiterhin davon ausgegangen, dass Umsatzrückgänge im nationalen Briefgeschäft durch die übrigen Geschäftsfelder mehr als ausgeglichen werden. Ein deutliches Gewinnwachstum konnte der Konzern auch in seiner Logistik- sowie in der Expresssparte verbuchen.

Neues Rekordziel bei der Allianz

Auch der Münchner Versicherungskonzern Allianz ist nach einem starken ersten Halbjahr auf Rekordkurs. Erstmals gab das Unternehmen eine Gewinnprognose für 2007 ab. "Wir erwarten in diesem Jahr einen Überschuss von rund acht Milliarden Euro", sagte Vorstandschef Michael Diekmann. Branchenkenner hatten nur mit 7,5 Milliarden Euro gerechnet.

Schon 2006 hatten die Münchner mit sieben Milliarden Euro eine neue Rekordmarke gesetzt und so viel verdient wie kein anderes deutsches Unternehmen. Der Gewinn hatte damals zu heftigen Diskussionen geführt, weil Diekmann gleichzeitig tausende Stellen gestrichen hat.

In diesem Jahr summierte sich der Nettogewinn bis Juni bereits auf über 5,3 Milliarden Euro. Im zweiten Quartal verzeichnete die Allianz allerdings einen Gewinnrückgang um sechs Prozent auf 2,14 Milliarden Euro. Damit wurden die Analystenerwartungen dennoch leicht übertroffen - was an der Börse honoriert wurde. Die Titel der Allianz   verteuerten sich um ein Prozent auf 158,34 Euro.

Besonders gut lief das Geschäft der Allianz-Tochter Dresdner Bank. Sie konnte ihren Überschuss mehr als verdoppeln - auf 395 Millionen Euro.

wal/Reuters/ddp/dpa/dpa-AFX

Mehr lesen über