Quartalszahlen Puma-Gewinn bricht um 94 Prozent ein
Herzogenaurach - Puma leidet unter der Rezession: Der Nachfrageeinbruch hat den Gewinn des Sportartikelherstellers im ersten Quartal fast vollständig aufgezehrt. Von 90,1 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum sank der Nettogewinn auf 5,6 Millionen Euro, teilte das Unternehmen am Freitag mit. Der Konzernumsatz stieg dagegen von 673,3 auf 697,4 Millionen Euro.
Das Ergebnis sei vor allem durch weitere Sparmaßnahmen belastet worden. Die Aufwendungen dafür hätten sich auf insgesamt 110 Millionen Euro vor Steuern belaufen. Nach 14 Jahren mit hohen Wachstumsraten gibt sich Puma für 2009 sehr vorsichtig. Eine Prognose blieb Konzernchef Jochen Zeitz weiter schuldig. Es zeichne sich ein Jahr der Konsolidierung ab, hieß es lediglich. "Aufgrund der weltweiten Rezession gehen wir davon aus, dass das Geschäft im weiteren Jahresverlauf schwierig bleiben wird", sagte Zeitz.
Das Management werde deshalb weiter Aktionen zur Kostensenkung vornehmen. Demnach sollen im Jahr 2011 bis zu 150 Millionen Euro pro Jahr eingespart werden. Damit reagiert der Vorstand noch aggressiver auf die Wirtschaftskrise als das Adidas -Management, das sich Einsparungen von mindestens hundert Millionen Euro zum Ziel gesetzt hat. Der Wettbewerber hatte zum Jahresauftakt einen Gewinneinbruch von 97 Prozent hinnehmen müssen.
Die Zahl der Beschäftigten bei Puma soll dem Management zufolge aber weltweit stabil bleiben. Statt Stellen abzubauen, optimiere der Konzern das Portfolio an Einzelhandelsgeschäften, die globale Organisationsstruktur sowie die operativen Prozesse, hieß es.
Die Anleger reagierten am Freitag enttäuscht auf das Zwischenergebnis von Puma. Der Aktienkurs fiel zeitweise um gut drei Prozent. Die Zahlen seien ähnlich enttäuschend wie die von Adidas, schrieb Equinet-Analyst Ingbert Faust. "Trotz der hohen Einmalaufwendungen besteht unseres Erachtens die Gefahr, dass Puma auch in den nächsten Quartalen die Märkte mit weiteren Restrukturierungsaufwendungen negativ überrascht", warnte auch Analyst Christoph Schlienkamp vom Bankhaus Lampe.