Querelen mit Aufsichtsrat: Rewe-Chef geht im Streit - DER SPIEGEL
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Querelen mit Aufsichtsrat Rewe-Chef geht im Streit

Eigentlich wollte Rewe-Chef Hans Reischl erst am Ende des Jahres aus dem Supermarktkonzern ausscheiden. Doch nach einem Zerwürfnis mit dem Aufsichtsrat zieht sich der langjährige Vorstandschef schon jetzt zurück.
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Köln - Der langjährige Rewe-Vorstandsvorsitzende Reischl, 64, scheidet zum 30. April vorzeitig bei der Handelsgruppe aus. Die Trennung vom Unternehmen erfolge "in Freundschaft und Dankbarkeit wenige Monate vor dem vereinbarten Übergang in den verdienten Ruhestand", teilte Rewe am Mittwoch in Köln mit.

Neuer Vorstandssprecher wird zum 1. Mai Ernst Dieter Berninghaus, 39, der bereits am 17. Februar vom Rewe-Aufsichtsrat als Nachfolger von Reischl benannt worden war.

Kontrolleur bei KarstadtQuelle

"In Freundschaft" dürfte sich der Abgang allerdings nur bedingt abgespielt haben. Nach Informationen des "manager magazin" hat das Zerwürfnis zwischen Reischl und Aufsichtsratschef Klaus Burghard den Prozess beschleunigt. Burghard wollte nicht weichen, wenn sich Reischl - wie ursprünglich geplant - Ende 2004 aus dem operativen Geschäft zurückzieht. Auch das Procedere bei der Bestellung des künftigen Rewe-Vormanns Berninghaus hat Reischl nicht gepasst, zumal sich der Aufsichtsrat die Entscheidung vorbehielt.

Angesichts des zerrütteten Verhältnisses hat Reischl, der seit über 30 Jahren an der Rewe-Spitze steht, nun offenbar die Notbremse gezogen und seinen Abgang vorverlegt. Einen Aufsichtsratsposten bekommt er dennoch - künftig wird er in dem Kontrollgremium des Handelskonzerns KarstadtQuelle   sitzen.

Reischl trat 1974 in den Vorstand der Handelsgruppe ein und übernahm 1980 den Vorsitz. Unter seiner Führung sei der Umsatz von zehn Milliarden D-Mark auf rund 40 Milliarden Euro gestiegen. Rewe beschäftigt heute in 13 Ländern Europas in 11.500 Märkten mehr als 190.000 Mitarbeiter.