Quinner.de: Jähes Ende nach lautem Hype - DER SPIEGEL
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Quinner.de Jähes Ende nach lautem Hype

Neun Monate wurde am Online-Auftritt gefeilt, neun Monate lang verkaufte der Versicherungsmakler Quinner via Internet Policen. Offenbar nicht genug: Für die Tochter des britischen Versicherungsgiganten Prudential kam nun das überraschende Aus.
Von Clemens von Frentz
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Griesheim - Der Betrieb wurde eingestellt, weil die "Geschäftsentwicklung hinter den Erwartungen zurückgeblieben" sei, teilte der Vorstand mit.

Gestartet war der Versicherungsmakler im Juli 2001. Die Pläne waren ambitioniert: Nach Auskunft des Vorstandsvorsitzenden Bernhard Rapp wollte das Unternehmen im ersten vollen Geschäftsjahr 34.000 Kunden gewinnen. Da bereits der Kundenstamm von zwei Gesellschaften (darunter auch der gescheiterte Anbieter Onsecure) übernommen worden war, wurde der Geschäftsbetrieb mit etwa 14.000 Adressen aufgenommen. Der Breakeven sollte im vierten Quartal 2003 erreicht werden.

Muttergesellschaft Prudential baute 2100 Stellen ab

Mehrheitseigner von Quinner (eine Kombination der englischen Vokabeln "quick" und "winner") war die britische Prudential-Gruppe, die 1998 ihr 150-jähriges Bestehen feierte. Die Aktiengesellschaft Prudential Corporation   ist nach eigenen Angaben der größte britische Lebensversicherer und einer der größten Asset-Manager Europas.

Ende vergangenen Jahres hatte der Prudential-Vorstand ein hartes Sparprogramm und den Verkauf seines Schaden- und Unfallgeschäftes angekündigt. Als eine der ersten Maßnahmen wurde die defizitäre Marke Scottish Amicable eingestellt. Nach Angaben des Unternehmens sollten zudem 2100 Arbeitsplätze gestrichen werden, 1000 davon durch betriebsbedingte Kündigungen.

Mit Kündigungen müssen nun auch die etwa 30 Mitarbeiter von Quinner rechnen. Vor einigen Tagen war auf ihrer Homepage plötzlich der Hinweis zu lesen: "Die Quinner-Website ist aus technischen Gründen vorübergehend nicht verfügbar. In Kürze werden wir wieder erreichbar sein."

Das bestätigte sich - allerdings anders als von den Kunden erwartet. Statt der üblichen Versicherungsangebote fanden sie auf der Website den Hinweis: "Leider ist das für den deutschen Online-Versicherungsmarkt prognostizierte rasche Wachstum nicht eingetreten... Wir sind deshalb gezwungen, unseren Geschäftsbetrieb einzustellen."

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