Quotensystem: EU will ausländische Arbeitskräfte anwerben - DER SPIEGEL
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Quotensystem EU will ausländische Arbeitskräfte anwerben

Die EU-Kommission will ausländische Arbeitskräfte mit gezielten Programmen anwerben: Die Arbeitsuchenden sollen für begrenzte Zeit in EU-Ländern arbeiten dürfen. Der Bedarf soll zentral ermittelt und illegale Beschäftigung härter bestraft werden.
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Berlin - EU-Justizkommissar Franco Frattini kündigte an, er werde im April eine entsprechende Initiative vorlegen. "Ziel ist es, legale Arbeit zu fördern und illegale Arbeit zu bestrafen", sagte er. Seiner Idee nach sollen die einzelnen Mitgliedstaaten der EU-Kommission ihren Bedarf an Arbeitnehmern nennen - etwa für Saisonarbeiter in der Landwirtschaft. Die Kommission werde dann im Namen der EU-Staaten mit den Herkunftsländern über ein bestimmtes Arbeiterkontingent verhandeln und entsprechende Verträge abschließen.

Dabei soll die Gemeinschaft den Arbeitern auch eine Grundausbildung anbieten und zumindest teilweise die An- und Abreise zahlen. Im Gegenzug müssen die Entsendestaaten garantieren, dass alle Arbeitskräfte in ihre Heimat zurückkehren.

Einzelne EU-Mitgliedstaaten wie Italien, Frankreich und Spanien hätten bereits konkretes Interesse an einem solchen System angemeldet, sagte Frattini. Belgien und die Niederlande seien ebenfalls interessiert. Auch der deutsche Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble (CDU) stehe einer solchen Idee positiv gegenüber.

Keine Fördergelder mehr bei illegaler Beschäftigung

Parallel zu den zeitlich befristeten Arbeitsmöglichkeiten in Europa sollen die Strafen für illegale Beschäftigung in der Europäischen Union vereinheitlicht werden. Zudem soll Unternehmen, die illegal Arbeiter beschäftigen - etwa landwirtschaftliche Betriebe - die Zahlung aus EU-Fördertöpfen gestrichen werden.

Dass gesteuerte Arbeitsaufenthalte erfolgreich sein können, belegt nach Angaben Frattinis ein schon laufendes kleines Pilotprojekt in Spanien: In der Region Huelva würden in der Landwirtschaft alle sechs Monate 1000 Saisonarbeiter aus Marokko beschäftigt, die dort 900 bis 1000 Euro im Monat verdienten. Sie alle seien nach Ablauf des halben Jahres nach Marokko zurückgekehrt, berichtete Frattini. "Es gab keinerlei Probleme."

Jeder fünfte von ihnen habe das in Europa verdiente Geld anschließend in Marokko investiert, zum Teil in ein eigenes kleines Unternehmen. Die EU sei an dem Projekt beteiligt, indem sie Sprachkurse, die Hin- und Rückflugtickets sowie Telefongebühren der Arbeiter zahle, damit diese den Kontakt in die Heimat halten können und nach Ablauf der Arbeitszeit auch tatsächlich wieder in die Heimat zurückkehren.

ase/AFP/AP