Radikalkur Daimler nimmt Partner in die Mangel
Stuttgart - Gleichteilekonzept heißt das Zauberwort, mit dem Schrempp DaimlerChrysler zum "profitabelsten Autohersteller der Welt" machen will. Das kündigte er in einem Interview mit der "Financial Times Deutschland" an. Mit dem Programm solle die Zahl der unterschiedlichen Komponenten bei Chrysler und Mercedes-Benz um 39 Prozent gesenkt werden.
Bisher seien die Marken Mercedes-Benz und Chrysler strikt getrennt worden. Künftig sei die Verwendung von Mercedes-Motoren bei Chrysler vorgesehen, sagte Schrempp. "Wir werden dadurch Einsparungen erreichen, die ein Vielfaches der bisherigen Synergien ausmachen." Außerdem erwartet der DaimlerChrysler-Chef eine Imageverbesserung für die gebeutelte US-Marke, wenn in Chrysler-Karossen Mercedes-Motoren laufen. In den nächsten sechs Monaten werde Chrysler sechs neue Modelle auf den Markt bringen. Das werde die Position auf dem US-Markt stärken.
Bei dem japanischen Partner Mitsubishi soll zum Jahreswechsel ein Sanierungsprogramm starten, das alles auf den Kopf stellt. Vorbild ist nach Angaben des designierten Mitsubishi-Managers Rolf Eckrodt die Restrukturierung des Konkurrenten Nissan. Dort werden seit einiger Zeit mit Entlassungen und der Kündigung von Lieferverträgen die Kosten radikal gesenkt. DaimlerChrysler hält an Mitsubishi einen Anteil von 34 Prozent, hat aber die Option, den Autobauer vollständig zu übernehmen.