Radikalkur Infineon wird zerschlagen
München - Die Speichersparte, die bisher 40 Prozent der Umsätze beisteuert, soll separat an die Börse gebracht werden, teilte das Unternehmen mit. Die neue Firma soll ihren Sitz weiter in Deutschland führen und vom bisherigen Spartenleiter Kin Wah Loh geleitet werden.
Der Termin für den Börsengang ist noch offen, er soll aber möglichst schnell erfolgen. Zuvor soll die formale Aufspaltung der Unternehmens vollzogen werden - bis zum 1. Juli 2006.
Durch die Ausgliederung entstehe ein Speicherchip-Unternehmen mit einer führenden Stellung im Weltmarkt und mit großem Wachstumspotential, sagte Infineon-Chef Wolfgang Ziebart. Eine Unternehmenssprecherin erklärte zudem: "Sowohl die Logik- als auch die Speichersparte gewinnen mit der strategischen Neuausrichtung an Aktionsspielraum. Beide können dadurch ihre Marktführerschaft in ausgewählten Segmenten festigen und ausbauen." Arbeitsplätze würden im Rahmen der Aufspaltung nicht abgebaut.
Ob viele Investoren anbeißen, ist indes fraglich. Infineon trennt sich schließlich vom Dram-Geschäfts, weil er sich als sehr schwankungsanfällig erwiesen hat.
Börse straft Infineon ab: Top-Verlierer im Dax
Der Rest von Infineon soll nach der Abspaltung in ein ruhigeres Fahrwasser kommen, so die Hoffnung. Der Rumpf des Konzerns soll sich auf Logikchips zum Beispiel für die Autoindustrie und die Kommunikationsbranche konzentrieren. Er habe künftig mehr Wachstumspotential und bessere Gewinnchancen, versprach Ziebart.
Die Aktie reagierte nach einem kurzen Ausreißer nach oben negativ auf die Ankündigungen und rutschte ins Minus. Kurz vor 15 Uhr war sie 7,99 Euro wert, ein Minus von 1,85 Prozent. Damit schnitt Infineon schlechter ab als alle anderen 30 Dax-Werte.