Raffke-Image: 87 Prozent misstrauen den Top-Managern - DER SPIEGEL
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Raffke-Image 87 Prozent misstrauen den Top-Managern

Exorbitante Steigerungen bei Managergehältern, Millionenabfindungen, Korruptionsskandale – Topmanager haben hier zu Lande fast jedes Vertrauen verspielt. Einer Umfrage zufolge stellen ihnen 87 Prozent der Deutschen ein schlechtes Zeugnis aus.
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Nürnberg - Schon im vergangenen Jahr hatten die Manager im alljährlichen internationalen Vertrauensindex der Gesellschaft für Konsumforschung nicht allzu gut abgeschnitten. Diesmal fiel der Wert noch einmal deutlich schlechter aus. Lediglich 12 Prozent der Deutschen bringen den Bossen wenigstens "ein wenig" Vertrauen entgegen, nur ein Prozent hegt keinerlei Argwohn.

Die Diskussion um die Offenlegung von Managergehältern und Maßnahmen wie die der Deutschen Bank, trotz guter Auftragslage Mitarbeiter zu entlassen, sowie die Korruptionsaffäre bei VW - all dies habe zu der besonders kritischen Haltung der Deutschen gegenüber Politikern und Topmanagern beigetragen, erklärten die GfK-Forscher.

Aber nicht allein in Deutschland schneiden die Manager schlecht ab. Auch in den USA werden die Menschen immer misstrauischer: Waren es im November 2003 noch 61 Prozent der Amerikaner, die sich kritisch äußerten, so tun dies heute schon 68 Prozent. In Polen und Ungarn stehen die Topmanager noch schlechter da. Hier äußern sich 77 beziehungsweise 75 Prozent der Befragten negativ.

Ärzte mit dem besten Image

In Dänemark, der Türkei, Finnland, Schweden und Spanien dagegen stellt die Mehrheit ihren Wirtschaftsführern noch ein gutes Zeugnis aus.

Der GfK-Vertrauensindex zeigt, dass es jedoch auch Berufsgruppen gibt, die mehrheitlich das Vertrauen der Bürger genießen: Ärzte und Lehrer werden von den Bürgern in allen 18 Ländern Europas und den USA, in denen die Befragung durchführt wurde, mit einem durchschnittlichen Vertrauensindex von 3,2 als am vertrauenswürdigsten eingestuft. Insgesamt sprechen 84 Prozent der Befragten den Medizinern und 82 Prozent den Lehrern ihr Vertrauen aus. Es folgen die Armee (Index: 3,0) und die Polizei (Index: 2,9), die in den meisten Ländern von der Mehrheit der Bürger als vertrauenswürdig angesehen werden.

Vertreter der Kirche schneiden mit einem Index von 2,8 im Allgemeinen gut ab. Hier sind es die Griechen, die mit einem Index von 1,9 außerordentlich kritisch sind. Auch die Mehrzahl der Franzosen, Spanier, Tschechen und Ungarn traut ihren geistlichen Autoritäten nicht sonderlich über den Weg.

Politiker am Ende der Skala

Dass die Führungskräfte international nicht das Schlusslicht in der Rangliste bilden, liegt allein daran, dass eine Berufsgruppe schon beinahe traditionell noch schlechter abschneidet: die Politiker. Ihnen bringen lediglich acht Prozent der Deutschen Vertrauen entgegen. Die Unfähigkeit der Politik, wichtige Probleme gerade auf dem Arbeitsmarkt und bei Fragen der sozialen Sicherung zu lösen, wird als entscheidender Grund genannt. Auch die Presse und ihre Vertreter werden in einem Großteil der Länder eher kritisch gesehen - sie landen vor den Managern auf dem drittletzten Platz. Besonders Briten, Dänen und Italiener zweifeln an ihrer Integrität.

Mit dem GfK-Vertrauensindex erfasst GfK Custom Research Worldwide das Vertrauen der Bürger in die Berufsgruppen der Juristen, Journalisten, Kirchenvertreter, Lehrer, Manager, Mediziner, Militär, Politiker und Polizei. Dazu hat GfK Custom Research Worldwide von März bis Mai 2005 16.040 Personen in 18 Ländern befragt.