"Ramschanleihe" Karstadt-Quelle braucht weitere Millionen
Frankfurt am Main - Karstadt-Quelle müsse für die zusätzlichen Mittel zehn Prozent Zinsen zahlen, schreibt die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" ("FAZ") unter Berufung auf Experten. Das sei der Preis für sogenannte Ramschanleihen schlechter Schuldner. Ein Sprecher des Konzerns wollte sich zu dem Bericht nicht äußern.
Der Vorstand werde dem Blatt zufolge heute die Investmentbanken Barclays Capital und Goldman Sachs offiziell mit der Zusammenstellung des nachrangigen Darlehens beauftragen. Im Insolvenzfall wird dieses Darlehen erst nach den Forderungen anderer Gläubiger bedient. Als Zeichner kämen spezialisierte Fonds aus Großbritannien und den USA in Frage.
Die Maßnahme ergänze die auf drei Jahre angelegte Kreditlinie der Banken über 1,75 Milliarden Euro. Davon habe zwar Karstadt-Quelle derzeit nur 800 Millionen Euro in Anspruch genommen, ein akuter Bedarf an zusätzlichem Geld bestehe also nicht. Doch der Konzern brauche das neue Darlehen laut "FAZ" als Liquiditätspuffer.
Denn in der Weihnachtssaison 2005 müssten kurzfristig mehrere hundert Millionen Euro vorfinanziert werden, und außerdem werde Karstadt-Quelle dieses Jahr noch Mittelabflüsse verzeichnen. Die bisherigen Gläubigerbanken seien offenbar nicht bereit gewesen, weitere Gelder zur Verfügung zu stellen, schreibt die "FAZ".
Daneben schöpfe Karstadt-Quelle zusätzliche Mittel aus dem Verkauf von Vermögenswerten, die für das Kerngeschäft nicht benötigt werden. Das soll bis zum Ende des Jahres eine weitere Milliarde Euro bringen. Zum Verkauf stehen auch noch 75 kleinere Karstadt-Filialen sowie Fachgeschäfte wie Runner's Point und Wehmeyer.