Ranking Deutschlands größte US-Investoren
Frankfurt am Main - Insgesamt 95 Milliarden Euro Umsatz haben allein die zehn größten US-Unternehmen im vergangenen Jahr in Deutschland erwirtschaftet - und damit ihre Erwartungen erfüllt. Allein die ersten drei Firmen waren dabei für 31,7 Prozent des Gesamtumsatzes verantwortlich, wie die Amerikanische Handelskammer in Deutschland (AmCham) heute in Frankfurt am Main mitteilte. Sie stellte gleichzeitig das Ranking der 50 umsatzstärksten amerikanischen Unternehmen in Deutschland vor.
Auf Platz eins liegt danach der Ölkonzern Exxon Mobil mit seiner Vertriebssparte Esso. Der Konzern erwirtschaftete 17 Milliarden Euro Umsatz (inklusive Mineralölsteuer) und arbeitete sich von Platz zwei auf die Spitzenposition vor. Auch die beiden Automobilhersteller Opel (General Motors ) und Ford konnten sich trotz der Probleme auf dem Automobilmarkt gut behaupten. Sie folgen auf den Plätzen zwei und drei mit 15,6 Milliarden Euro beziehungsweise 15,3 Milliarden Euro Umsatz. Im Vorjahr belegte Opel mit 16 Milliarden Euro Umsatz noch Rang eins.
Die Plätze vier und fünf erreichen auch in diesem Jahr GE mit einem Umsatz von neun Milliarden Euro sowie IBM mit acht Milliarden Euro - beide Zahlen musste die Amerikanische Handelskammer jedoch schätzen. Der Tabakkonzern Philip Morris erzielte im Jahr 2006 einen Umsatz von 6,9 Milliarden Euro und liegt damit auf Platz sechs. Der Mineralölkonzern ConocoPhillips , bekannt durch Jet, liegt mit 6,8 Milliarden Euro Umsatz knapp dahinter an siebter Stelle der Rangliste.
800.000 direkte Arbeitsplätze, keine Abwanderung
Insgesamt haben die größten zehn US-Firmen in Deutschland knapp sechs Prozent mehr Umsatz erwirtschaftet als 2005. Die stärksten Steigerungen lieferten 2006 aber nicht die Top-50-Unternehmen, sondern in Deutschland noch relativ gering vertretene Firmen wie Ebay und Dell , die massiv in den deutschen Standort investiert haben. Allein das Internet-Unternehmen Ebay hat etwa 1000 neue Arbeitsplätze geschaffen.
Das Investitionsvolumen amerikanischer Firmen ist mit 130 Milliarden Euro und damit verbundenen 800.000 direkten Arbeitsplätzen in Deutschland so hoch wie in keinem anderen Land. Allerdings haben die größten Firmen auch im vergangenen Jahr die Zahl der Beschäftigten abgebaut. Etwa 50.000 Arbeitsplätze gingen verloren.
Die Top 50 US-Unternehmen in Deutschland
| Rang | Unternehmen | Anzahl der Mitarbeiter in Deutschland |
|---|---|---|
| 1 | McDonalds Deutschland 1 | 52.000 |
| 2 | Ford-Werke | 24.000 |
| 3 | Adam Opel | 23.726 |
| 4 | IBM Group 2 | 22.000 |
| 5 | Burger King | 16.800 |
| 6 | Procter Gamble | 16.000 |
| 7 | United Parcel Service Deutschland | 15.000 |
| 8 | Coca-Cola | 12.000 |
| 9 | TRW Automotive | 11.300 |
| 10 | Johnson Controls | 10.640 |
| 11 | GE Deutschland | 9.000 |
| 12 | Hewlett-Packard | 8.200 |
| 13 | Goodyear Dunlop Tires Germany | 7.400 |
| 14 | MTU Aero Engines Holding | 7.066 |
| 15 | Honeywell Deutschland | 5.583 |
| 16 | Deere Company - European Office | 5.335 |
| 17 | Delphi Deutschland | 5.200 |
| 18 | Pfizer Deutschland | 5.200 |
| 19 | Tyco Electronics Corporation | 4.800 |
| 20 | Du Pont de Nemours (Deutschland) 2 | 4.500 |
2 Schätzung
Stand: September 2007; Quelle: AmCham Germany
Die noch vor wenigen Jahren befürchtete Abwanderung von US-Firmen hat laut AmCham jedoch nicht stattgefunden. Viele Unternehmen haben verschiedene Funktionen aus ihrem Geschäft ins Ausland verlagert, wodurch die am Standort verbliebenen Funktionen effizient und mit dem Ausland vernetzt arbeiten konnten, heißt es. Da die globale Verflechtung immer weiter zunimmt, steht Deutschland laut Amerikanischer Handelskammer immer stärker im Wettbewerb mit anderen Ländern.
"Deutscher Standort kommt bei Amerikanern an"
Zehn US-Unternehmen beschäftigen laut dem Ranking jeweils mehr als 10.000 Menschen in Deutschland. An Nummer eins steht wie auch im vergangenen Jahr wieder die Schnellimbisskette McDonald's - vor den beiden Automobilherstellern Ford und Opel. Alle drei Unternehmen bauten jedoch im Vergleich zum Vorjahr Arbeitsplätze in Deutschland ab.
Einen großen Sprung noch vorn machte der Getränkehersteller Coca-Cola von Platz zwölf auf Rang acht. Nicht mehr in der Rangliste zu finden ist dagegen Wal-Mart : Der amerikanische Einzelhändler beendete sein Engagement in Deutschland, die Filialen wurden vom hiesigen Handelskonzern Metro übernommen.
Dass der deutsche Standort so gut bei den Amerikanern ankommt, hänge nicht nur mit harten Standortfaktoren wie Rechtssicherheit, Besteuerung oder den qualifizierten Arbeitskräfte zusammen. Vielmehr werde Deutschland jenseits des Atlantiks auch mit anderen Augen gesehen. "Über Deutschland spricht man in den USA heute in einem anderen Ton", stellt Norbert Quinkert von der amerikanischen Handelskammer AmCham fest. Deutschland habe sich durch die Reformen gewissermaßen an den eigenen Haaren aus der Malaise gezogen. Das werde honoriert.