Rasanter Börsenstart Visa-Kurs schießt nach oben
New York - Rasante Premiere: Die Visa-Aktie war schon im Vorfeld des Börsengangs so begehrt, dass der Ausgabepreis mit 44 Dollar über der angepeilten Preisspanne von 38 bis 42 Dollar lag. Nach Handelsstart schossen die Papiere auf 65 Dollar, ehe sie bei etwa 60 Dollar einpendelten.
Visa-Chairman und -CEO Joseph Saunders (Dritter von rechts) lässt sich beim Börsengang feiern: Analysten trauen der Aktie viel zu
Foto: APAnalysten trauen dem Papier auch weiter gute Zuwächse zu. Trotz der Finanzkrise hatte der Konzern zuletzt gegen den Trend im Bankensektor ein Gewinnplus von 20 Prozent angekündigt. Im Schlussquartal 2007 verdoppelte Visa den Konzerngewinn auf 424 Millionen Dollar bei 1,4 Milliarden Dollar Umsatz. Visa hält in den Büchern keine Verbraucherkredite, sondern verdient an Abwicklungsgebühren.
Die Zeichner der Visa-Aktie haben nach dem Börsenstart weitere 30 Tage Zeit, um 40,6 Millionen zusätzliche Anteilsscheine zu erwerben. Das könnte dem Konzern weitere 1,7 Milliarden Dollar in die Kassen spülen. Der Visa-Börsengang ist schon jetzt der mit Abstand größte in der Geschichte der USA. Der Telefonkonzern AT&T Wireless hatte mit seinem Debüt auf dem Parkett im Jahr 2000 rund 10,6 Milliarden Dollar erzielt. Der Visa-IPO ist allerdings deutlich kleiner als der bisher weltweit größte: Dabei hatte die chinesische Bank ICBC im Oktober 2006 rund 21,9 Milliarden Dollar erlöst.
Der Visa-Konzern, der einem Konsortium aus US-Banken gehört, folgt mit dem Gang an den Aktienmarkt seinem Konkurrenten Mastercard, der vor zwei Jahren an die Börse gegangen war. Mastercard ist inzwischen fünffach so viel wert wie damals - nämlich knapp 28 Milliarden Dollar.
Visa kommt mit dem Startkurs an der New York Stock Exchange auf eine Marktkapitalisierung von ungefähr 50 Milliarden Dollar. Nach Angaben des Branchendienstes Nelson Report hat Visa einen Anteil von 60 Prozent an den 1,77 Milliarden Kreditkarten, die in der Welt zirkulieren. Mastercard hält einen Anteil von 33 Prozent, American Express kommt auf drei Prozent.
Den Großteil des Erlöses aus dem Börsengang will Visa nun mit mehr als zehn Milliarden Dollar für den Rückkauf eigener Aktien von seinen Mitgliedsbanken nutzen. Sie erhalten so nach den milliardenschweren Abschreibungen durch die Kreditkrise eine willkommene Geldspritze. Die höchsten Einnahmen dürfte die drittgrößte US-Bank J.P. Morgan Chase als bislang größter Visa-Aktionär erzielen.
ase/AFP/dpa