Ratingagenturen: DaimlerChrysler herabgestuft - DER SPIEGEL
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Ratingagenturen DaimlerChrysler herabgestuft

Die beiden wichtigsten amerikanischen Ratingagenturen Standard & Poors (S&P) und Moody's haben ihre Bewertungen der Kreditwürdigkeit von DaimlerChrysler zurückgenommen. Damit wird die Kapitalbeschaffung für den Autokonzern teurer.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

New York - Bei S&P genoss DaimlerChrysler bisher mit "A+" eine höhere Bewertung als seine amerikanischen Konkurrenten. Mit der jetzigen Bewertung "A" liegt DaimlerChrysler gleichauf mit Ford und General Motors. Auch bei Moody's rutschte die Bewertung der langfristigen Kreditwürdigkeit von "A1" auf "A2".

Die Ratings der Agenturen beeinflussen die Zinsen, die Geldgeber bei Krediten von dem jeweiligen Unternehmen verlangen. Sinkt das Rating, so muss das Unternehmen in der Regel mehr Zinsen für Kredite bezahlen.

Beide Agenturen kündigten an, DaimlerChrysler weiter herabzustufen. Dies gelte besonders dann, wenn der in Aussicht gestellte Sanierungsplan für Chrysler nicht überzeuge. "Das könnte DaimlerChrysler richtig Geld kosten, vor allem wenn S&P und Moody's gleichzeitig agieren", sagte ein Wall-Street-Analyst.

Analysten spekulieren unterdessen über den Quartalsverlust von Chrysler für das vierte Quartal. Die Schätzungen reichen hier von rund 700 Millionen Mark bis 2,3 Milliarden Mark. Für die großen Unterschiede ist vor allem die Unsicherheit über das weitere Vorgehen von Jürgen Schrempp und Dieter Zetsche verantwortlich. Den hohen Schätzungen liegt die Annahme zu Grunde, dass alle Schwachstellen von Chrysler bereits im vierten Quartal in die Bilanz einbezogen werden. Für diese Ansicht spricht, dass Schrempp und Zetsche einen Umschwung oder "Turn-around" einleiten wollen und dies nach einer desaströsen Bilanz leichter darstellen könnten.

"Egal, wie es bei Chrysler weitergeht, die Finanzsituation ist eingebrochen. Von einem Finanzierungsvorteil, den das Unternehmen bisher genoss, kann nicht mehr geredet werden", sagte S&P-Manager Scott Sprinzen zu der derzeitigen Situation.

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