Rationierung Iraner hamstern Benzin
Teheran - An den Tankstellen in Teheran habe es am Vorabend bis zu zwei Kilometer lange Schlangen gegeben, berichtete das staatliche Radio heute. Die Regierung will mit der Rationierung die Abhängigkeit des Landes von Importen senken. Allerdings hatte es im Vorfeld widersprüchliche Signale gegeben, ob die Rationierung tatsächlich wie angekündigt morgen in Kraft treten würde.
Das iranische Parlament hat deshalb schon vor einigen Wochen eine Mengenbeschränkung für Benzin beschlossen. Präsident Mahmoud Ahmadinedschad hatte allerdings angedeutet, die Rationierung könne verschoben werden, da die Ausgabe elektronischer Gutscheinkarten in Verzug geraten sei. Auch der in Zukunft staatlich regulierte Benzinpreis sei noch nicht festgelegt, hieß es aus der Regierung.
Grund für die geplante Rationierung ist die Angst vor einer drohenden Verschärfung der Wirtschaftssanktionen. Der Iran hat selbst zu wenige Raffineriekapazitäten und importiert deshalb rund ein Drittel seines Benzins zu Weltmarktpreisen aus dem Ausland. Dieses wird hoch subventioniert zu niedrigen Preisen verkauft. Diese Gelder - 2006 sollen es rund fünf bis sieben Milliarden Dollar gewesen sein - fehlen für andere, notwendige Investitionen. Iran gehört zu den Ländern mit den größten Erdölvorkommen und exportiert jeden Tag rund 2,8 Millionen Barrel Rohöl.
sam/Reuters