Raucher-Urteile Philip Morris warnt vor Bankrott
Edwardsville - "Philipp Morris ist finanziell nicht in der Lage, die enorme Strafe zu zahlen", lässt sich die Chefjustitiarin des Unternehmens Denise Keane im "Courier Journal", einer Zeitung aus Louisville, Kentucky, zitieren. Ihr Mitstreiter William Ohlemeyer formuliert es ähnlich: "Wir haben keine 12 Milliarden, das weiß der Richter".
Ohlemeyer zufolge ist damit eine "unmögliche Situation" entstanden. Nach US-Recht müsste das Unternehmen bei Gericht eine Anleihe über 12 Milliarden Dollar hinterlegen, bis die gesamte Strafe abgestottert ist. Die Rating-Agentur hält dies - ähnlich wie die Unternehmensleitung - für ein unmögliches Unterfangen und stufte die Konzernmutter von Philip Morris, Altria, vorsorglich auf "junk status" (nicht kreditwürdig) herunter. Die Aktie rutschte daraufhin auf ein neues Jahrestief und notierte unter 30 Dollar.
Damit aber nicht genug. Philip Morris, dessen operativer Gewinn im vergangenen Jahr bei rund fünf Milliarden Dollar gelegen hat, muss bis Mitte April überdies rund 2,5 Milliarden Dollar aufbringen. Dies ist der Anteil, den das Unternehmen nach einer außergerichtlichen Einigung der Zigarettenkonzerne mit den US-Staaten zu tragen hat.
Viele Staaten haben dieses Extra-Geld bereits fest in ihren Haushalt eingeplant. Der Staat Illinois beispielsweise bekam vergangenes Jahr rund 150 Millionen Dollar von dem Zigarettenkonzern und will auch dieses Jahr nicht auf den Geldsegen verzichten. Staatsanwältin Lisa Madigan bezeichnete die Bankrottdrohung des Konzerns deshalb als "fadenscheinige Ausrede".