KONZERNE Razzia bei MG
Die seit Monaten schwelende Affäre um verbotene Aktiengeschäfte bei dem Frankfurter Mischkonzern MG Technologies (SPIEGEL 37/2001) hat offenbar größere Ausmaße als bislang bekannt. Auf Grund von Strafanzeigen des Bundesaufsichtsamts für den Wertpapierhandel (BAWe) ermittelt die Staatsanwaltschaft Düsseldorf bereits seit rund einem halben Jahr gegen fünf Unternehmensinsider. Sie sollen ihr Wissen über die bevorstehende Fusion der ehemaligen Metallgesellschaft mit dem Bochumer Anlagenbauer GEA im Jahr 1999 zu Aktienkäufen genutzt und so von den eingetretenen Kurssteigerungen profitiert haben. Um den Verdacht zu erhärten, haben die Ermittler nun in einer spektakulären Aktion umfangreiches Beweismaterial sichergestellt. Am Gründonnerstag durchsuchten Beamte des BAWe und der Staatsanwaltschaft die Zentrale der MG in Frankfurt und ihrer Tochter GEA in Bochum. Parallel dazu filzten sie in Bochum, im Raum Düsseldorf und in Hamburg auch Privatwohnsitze der Beschuldigten. Unter ihnen befindet sich auch ein enger Berater von Konzernchef Kajo Neukirchen. Der langjährige Vertraute des MG-Chefs räumt ein, noch kurz vor Bekanntgabe der Fusion Aktien gekauft zu haben. Allerdings sei er von Neukirchen erst zwei Tage danach vertraulich über den bevorstehenden Zusammenschluss informiert worden.