Reaktionen "Es wird Kampfpreise geben"
Airbus-Aufsichsratschef Manfred Bischoff sprach vom entscheidenden Durchbruch zum globalen Anbieter mit einer vollständigen Produktpalette: "Endlich sind wir auf gleicher Augenhöhe mit unserem Wettbewerber."
Lufthansa-Sprecher Michael Lamberty betrachtet die Airbus-Entscheidung nüchtern: "Was zählt, sind die harten wirtschaftlichen Fakten. Da verlässt man sich nicht auf bunte Prospekte." Zum ersten Mal können die Fluggesellschaften zwischen zwei Großflugzeugen wählen. Die A380 sei 15 bis 20 Prozent wirtschaftlicher als die betagte Konkurrenz, erklärt Airbus, und sie biete den Passagieren mehr Platz und Komfort. Aber Lufthansa-Sprecher Lamberty sagt:"Die A3XX muss 23 Prozent billiger sein." Denn der Supervogel erfordert von den Fluggesellschaften über den Kaufpreis von einer halben Milliarde Mark hinaus hohe Investitionen: Um die doppelstöckige Maschine mit 80 Meter Spannweite und bis zu 656 Passagieren fliegen, abfertigen und warten zu können, muss das gesamte Personal neu geschult werden. "Andere Warteräume, anderes Catering, andere Ersatztreibwerke an wichtigen Zielen - das hat sehr weit reichende Konsequenzen."
Auch Analysten werten die Startfreigabe für die A380 als gute Nachricht. "Nur mit der A3XX hat Airbus eine Chance, mit Boeing gleichzuziehen", erklärte Albrecht Denninghoff von der HypoVereinsbank. "Boeing ist derzeit in einer komfortablen Lage: Sie sind allein auf dem Markt für Großflugzeuge und können den Preis bestimmen." Seit dem Start 1969 hat Boeing 1235 Jumbos verkauft und gut daran verdient. "Mit einer hohen Marge konnte Boeing andere Flugzeuge, die in Konkurrenz zu Airbus stehen, quersubventionieren." Denninghoff ist überzeugt: "Jetzt wird es auch hier Kampfpreise geben."
Skeptisch ist Boeing-Chef Phil Condit: "Der Markt ist zu klein. In den nächsten 20 Jahren werden weltweit gerade mal 360 neue Flugzeuge dieser Größe gebraucht - nicht 1500, wie Airbus meint. Die Kunden sind viel mehr an Maschinen interessiert, die die großen Drehkreuze ignorieren und die Passagiere direkt zu ihrem eigentlichen Zielort fliegen", behauptet Condit.