Reaktionen: Friedliche Fusion im Sinne des Kanzlers - DER SPIEGEL
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Reaktionen Friedliche Fusion im Sinne des Kanzlers

Bundeskanzler Gerhard Schröder hat die Einigung von Vodafone AirTouch und Mannesmann begrüßt. Regierungssprecherin Charima Reinhardt sagte, es sei durchaus im Sinne des Kanzlers, wenn sich Unternehmen auf friedlichem Wege zusammenschlössen. Es gab auch negative Stimmen zu der Fusion.
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Berlin - Der Betriebsratsvorsitzende der Mannesmann AG, Friedrich Apfelbaum, zeigte sich enttäuscht. Der Betriebsrat habe sich monatelang gegen die Fusion gewehrt und versucht, dem Vorstand darin den Rücken zu stärken. Es sei zu befürchten, dass nun entgegen vorherigen Absprachen Arbeitsplätze wegfielen. Vodafone-Chef Chris Gent habe schon öfter seine Meinung geändert. "Wir können uns hier wirklich nicht vorstellen, dass bei uns am Standort Rhein nichts passiert", sagte Apfelbaum.

Skeptisch äußerte sich auch die DAG. "Wir beobachten den Vorgang nach wie vor mit einer gewissen Sorge, da wir noch nicht die Konzeption absehen können, die sich im Mobilfunkbereich ergibt", sagte DAG-Bundesvorstandsmitglied Uwe Gudowius. Arbeitsplatzverluste seien durch Synergieeffekte nicht ausgeschlossen.

Dagegen erklärte IG-Metall-Chef Klaus Zwickel, zugleich stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Mannesmann AG, Gent habe das erfolgreiche Mannesmann-Konzept für eine Integration von Festnetz, Mobilfunk und Internet weitgehend übernommen. "Auf dieser Grundlage tragen die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat die Fusion mit." Die Zukunftsperspektiven des neuen Unternehmens und der 130.000 Mannesmann-Beschäftigten bewertete er positiv.

Der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), Ulrich Hocker, erklärte im Saarländischen Rundfunk: "Ich glaube, jeder Aktionär, jeder Mannesmann-Aktionär wird zufrieden sein. Herr Esser hat einen guten Job gemacht." Die Übernahme zeige, dass auch deutsche Unternehmen ein Teil der globalen Wirtschaft seien. Kein Staat könne es sich aus nationalen Gesichtspunkten mehr erlauben, Übernahmen zu verhindern.

Nach Einschätzung der HypoVereinsbank überwiegen die Risiken die Chancen bei dem Zusammenschluss. Die Experten begründeten dies vor allem mit der wegen des EU-Rechts notwendigen Abtrennung des britischen Mobilfunkunternehmens Orange, das Mannesmann erst vor kurzem übernommen hatte.