Reaktionen Politiker würdigen Duisenberg
Berlin/Paris/Frankfurt am Main - Bundesfinanzminister Hans Eichel (SPD) verwies auf Duisenbergs maßgeblichen Anteil am erfolgreichen Aufbau der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion. "Ich bedaure den überraschenden Tod von Wim Duisenberg außerordentlich", sagte Eichel. Als erster Präsident der EZB habe er hervorragende Arbeit geleistet. "Er hat in dieser Zeit mit seiner ruhigen Art die so wichtige Vertrauensgrundlage für den Euro in der Bevölkerung mit geschaffen und gefestigt", betonte Eichel. Auch darüber hinaus habe Duisenberg einen außergewöhnlichen Ruf als Finanzexperte genossen.
Die CDU-Vorsitzende Angela Merkel würdigte Duisenbergs Arbeit für Stabilität und Unabhängigkeit der EZB. "Sein Werk mahnt uns, diese Werte für die EZB in Zukunft zu bewahren", sagte Merkel nach Parteiangaben in Berlin.
Auch der französische Premierminister Dominique de Villepin erinnerte an Duisenbergs Verdienste um die Einführung des Euro. Der Niederländer habe sich dafür eingesetzt, den Euro zum "Motor des europäischen Aufbaus" zu machen, sagte Villepin.
Die Europäische Zentralbank (EZB) würdigte die bedeutende Rolle ihres früheren Präsidenten Wim Duisenberg für den Aufbau in Europa. Duisenberg habe entscheidend an der erfolgreichen Einführung der neuen Währung mitgewirkt und Vertrauen in den Euro geschaffen, hieß es. Der EZB-Rat und alle Mitarbeiter der Zentralbank seien tief betrübt.
Der 70-jährige Duisenberg wurde heute leblos im Schwimmbad einer Villa in Südfrankreich aufgefunden, teilte die Polizei am Sonntag in Faucon nördlich von Avignon mit. Der am 9. Juli in Heerenveen geborene Niederländer hatte die EZB von Mai 1998 bis Herbst 2003 geleitet. Während seiner Amtszeit wurde der Euro eingeführt, was Duisenberg den Beinamen "Mr. Euro" einbrachte.