Reaktionen "Schnellschuss macht keinen Sinn"
Hamburg - Die angekündigte Fusion der beiden britischen Pharmakonzerne Glaxo Wellcome und SmithKline Beecham dürfte in Deutschland besonders den Druck auf die kleineren Pharmaunternehmen erhöhen, sagte Stefan Voß, Senior Analyst bei der Bayerischen Landesbank. Seiner Einschätzung nach könnten eine Reihe kleiner Unternehmen, darunter Schering und Merck aus Kostengründen nun gezwungen sein, verstärkt Kooperationen einzugehen.
Vorsichtig äußertw sich Michael Grabicki, Pressesprecher der BASF in Ludwigshafen. "Man muss erst mal sehen, ob die Fusion klappt." "Es passiert jeden Tag so viel in der Pharmabranche, dass wir nicht auf jede Meldung reagieren können", sagte Bayer-Pressesprecher Hans Hochberg. Zwar wolle Bayer besonders im Pharmabereich stärker werden. Ein "Schnellschuss" mache aber keinen Sinn.
Auch die schweizerischen Pharmaunternehmen Novartis und Roche sehen keinen Handlungszwang. Die Fusionsankündigung und auch die jüngste Entwicklung in der Branche würden die fortschreitende Konsolidierung in der Industrie unterstreichen, sagte Novartis-Sprecher Mark Hill. "Derartige Zusammenschlüsse bringen in der Regel keine neuen Produkte hervor." Sein Kollege von Roche, David Piller , ergänzte. "Wir sehen keine Notwendigkeit für eine Fusion". Viel wichtiger sei die Konzentration auf inneres Wachstum.