Rechenhilfe Wie das Konto grün bleibt
Nicht nur für die Kalkulation Monat für Monat - auch für die langfristige Vermögensplanung ist die detaillierte Auflistung aller Einnahmen und Ausgaben in einem Haushaltsbuch hilfreich. Man erkennt dabei Reserven, die man zum Sparen oder für die Altersvorsorge nutzen kann. Haushaltsbücher müssen nicht altmodisch sein. Formblätter gibt es bei einigen Sparkassen und Banken. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen bietet eine Broschüre an, die hilft, das Unternehmen Haushalt zu führen. Auch elektronische Haushaltsbücher sind auf dem Markt.
Oft werden bei der Finanzplanung Beträge vergessen, die nur alle zwei Monate, vierteljährlich oder einmal im Jahr anfallen. Auch scheinbare Kleinigkeiten wie Fahrkarten, Mitgliedsbeiträge in Sportvereinen oder Friseurkosten werden unterschätzt. Dann entsteht Verwunderung, weil das Konto schon wieder im Minus ist.
Allen Haushaltsbuch-Produkten gemeinsam ist, dass neben den regelmäßigen Einnahmen wie Lohn, Gehalt, Rente, Kindergeld oder Wohngeld auch unregelmäßige Geldeingänge aufgelistet und auf den Monat heruntergerechnet werden. Das können Urlaubs- und Weihnachtsgeld, Zinsen oder Geldgeschenke sein. Den Einnahmen gegenübergestellt werden die Ausgaben. Das sind Positionen wie Lebenshaltung, Wohnen, Autokosten, Versicherungen, Telefon, Fahrkarten, Zeitungen, Rundfunk und Fernsehen, Strom, Rücklagen, Sparzahlungen, Kreditzahlungen und so weiter.
Auch hier müssen Ausgaben, die nicht regelmäßig anfallen, auf den Monat heruntergerechnet werden. Bleibt die Differenz zwischen Einnahmen und Ausgaben im Plus, hat man Spielraum, das Geld zum Vermögensaufbau zu nutzen. Entsteht dagegen unterm Strich ein Fehlbetrag, sollte man prüfen, wo auf der Ausgabenseite gespart werden kann. Dabei gibt es mehr Möglichkeiten als man denkt.
Die größten Einsparpotenziale bieten die Posten Wohnen, Auto und Versicherungen. Experten raten zum Wohnungswechsel, wenn die Kosten für die Miete über 40 Prozent der Einnahmen ausmachen. Auch beim Auto sollte man genau hinsehen. Wie viel Sprit verbraucht es, wie hoch sind die Kosten für Versicherung, Steuer und Reparaturen? Gegebenenfalls kommt ein vermeintlich billiger Gebrauchtwagen teurer als ein neuer Kleinwagen. Dann ist ein Wechsel angebracht.
Die Durchsicht der Versicherungsunterlagen bringt oft unnütze Policen an den Tag. Wer sparen will, sollte nur Versicherungen abschließen, die existenzielle Risiken absichern. Das sind Haftpflichtversicherung, Berufsunfähigkeitsversicherung und - vor allem für Familien - die Risikolebensversicherung. Bleibt dann noch Geld übrig, sollte man es für die Altersvorsorge verwenden. Je eher man damit beginnt, desto besser.
Reiner Fischer, ddp