Rechtsstreit Allianz bringt Kritiker zum Schweigen
Stuttgart - Das Landgericht Stuttgart habe dem Rechtsanwalt Jens-Peter Gieschen vom Anwaltsbüro KTAG untersagt zu behaupten, dass Allianz Leben die Überschussbeteiligung bewusst und vorsätzlich manipuliert habe, teilte der Konzern heute in Stuttgart mit. Damit habe die Allianz Leben in der ihren Ruf schädigenden Auseinandersetzung einen ersten Erfolg errungen
Die Richter seien dem Antrag in vollem Umfang gefolgt und hätten eine einstweilige Verfügung erlassen (Az: 17 O 671/05), erklärte die Allianz. Bei Wiederholung der Behauptungen droht ein Bußgeld von 250.000 Euro.
Die auf Anleger- und Verbraucherklagen spezialisierte KTAG hatte Ende November Strafanzeige unter anderem gegen zwei Allianz-Leben-Vorstände erstattet. Damit wollte die Kanzlei eine höhere Beteiligung an den erwirtschafteten Überschüssen des Lebensversicherers erreichen. Die Anwälte hatten bemängelt, dass der an die Versicherten auszuschüttende Anteil an den Überschüsse zu Gunsten der Aktionäre der Allianz Leben gedrückt wurden. Großaktionär bei Allianz Leben ist der Münchener Finanzkonzern Allianz mit 91 Prozent.
Allianz Leben hatte erwogen, seinerseits Strafanzeige gegen die Anwälte zu erstatten, um sich gegen die geschäftsschädigende Äußerungen zur Wehr setzen. Bislang prüft das Unternehmen noch seine rechtlichen Möglichkeiten.