Reform-Hoffnung Bosse fordern einfacheres Steuersystem
Hamburg - Einer Umfrage der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) in Zusammenarbeit mit der "Financial Times Deutschland" ergab, dass 52 Prozent ein einfacheres Steuersystem für dringend geboten halten. Weitere 40 Prozent bezeichneten Reformen als dringend. Ähnlich sieht die Verteilung mit 50 und 42 Prozent bei der Senkung der Lohnzusatzkosten aus. Eine Reduzierung de Steuerlast hat dagegen deutlich geringere Priorität: Nur 21 Prozent halten sie für sehr dringend, 54 Prozent für dringend und immerhin 24 Prozent für weniger dringend.
Auf die Frage, welche Maßnahmen für die Wettbewerbs- und Leistungsfähigkeit des Standortes Deutschland besonders wichtig seien, war allerdings der Bürokratieabbau Spitzenreiter. 66 Prozent bezeichneten dies als sehr dringend, 28 Prozent als dringend und nur acht Prozent als weniger dringend.
Die befragten Geschäftsführer, Vorstandsmitglieder und Manager äußerten sich optimistisch über die Aussichten am Ende der neuen Wahlperiode. 52 Prozent der Befragten sagten, die wirtschaftliche Lage werde in fünf Jahren etwas oder wesentlich besser sein als heute. 24 Prozent rechnen damit, dass die Lage etwa gleich bleibt und nur 19 Prozent sehen eine Verschlechterung voraus. "Die Unternehmer legen eine Jetzt-erst-recht-Mentalität an den Tag. Die Mehrheit ist fest davon überzeugt, dass es Deutschland nach dieser Legislaturperiode besser gegen wird", sagte INSM-Geschäftsführer Dieter Rath. Er fügte hinzu, die Wirtschaft werde keinen Reform-Stillstand akzeptieren.
Für die erste repräsentative Umfrage in der Wirtschaftselite nach der Wahl hatte die Organisation 151 Führungskräfte interviewen lassen. Die Umfrage ist repräsentativ für die Gruppe der Geschäftsführer, Vorstandsmitglieder und Senior Manager der umsatzstärksten Unternehmen in Deutschland.