Reformpläne EU erlaubt Zucker im Wein
Brüssel - Nach wochenlangen Verhandlungen haben sich die Landwirtschaftsminister der EU heute auf eine Reform des Weinmarktes geeinigt. Das teilte der portugiesische Ratsvorsitz in Brüssel mit. Die Bundesregierung setzte laut Diplomaten bei den Verhandlungen wesentliche Änderungen der Kommissionsvorschläge durch; die EU-Pläne waren auf entschiedene Ablehnung der deutschen Winzer gestoßen.
Der Einigung zufolge bleibt die Anzuckerung des Mosts zur Erhöhung des Alkoholgehalts erlaubt. Die erlaubte Menge des Zuckerzusatzes wird zwar verringert, in schlechten Erntejahren mit einem niedrigen Zuckergehalt der Trauben können die Winzer aber die bisher erlaubten Grenzwerte ausnutzen.
Das in Deutschland traditionelle Verfahren der Anreicherung durch Saccharose muss auch in Zukunft nicht auf dem Etikett vermerkt werden.
Mit Rodungsprämien für Winzer und anderen Maßnahmen soll zudem die Überproduktion für Wein eingedämmt werden.
Besonders Frankreich und Italien hatten für eine Verwässerung der ursprünglich geplanten Reformen gekämpft. Die EU ist zwar weltweit der größte Produzent, Verbraucher, Ex- und Importeur von Wein, hat in den vergangenen Jahren aber Marktanteile an billigere Hersteller aus Australien, Chile und den USA verloren.
kaz/AFP/Reuters