Refugium: Im Würgegriff der Kleinanleger - DER SPIEGEL
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Refugium Im Würgegriff der Kleinanleger

Refugium hat offenbar Schwierigkeiten, die Gehälter pünktlich zu zahlen. Kleinanleger blockieren mit Klagen eine Kapitalerhöhung des am Neuen Markt notierten Betreibers von Seniorenwohnheimen.
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Königswinter - Wie das "Handelsblatt" unter Berufung auf ein Betriebsratsmitglied berichtet, werden die Löhne und Gehälter für 3600 Angestellte nicht mehr pünktlich gezahlt. Der Betriebsrat habe mit Refugium-Chef Klaus Küthe einen Plan ausgehandelt, wann die Löhne und Gehälter von insgesamt rund zehn Millionen Mark jeweils in Tranchen innerhalb eines Monats ausgezahlt werden sollen. Derzeit würden die Gehälter ausschließlich aus den laufenden Einnahmen gedeckt.

Zwei Kleinaktionäre verhindern durch Klagen bei den Bonner Gerichten die Eintragung einer Kapitalerhöhung. Der Saarbrücker Seniorenheimbetreiber Pro Seniore will sich über eine Sacheinlage mit 52 Prozent, die Beteiligungsgesellschaft Gold Zack mit 20 Prozent in bar an Refugium beteiligen. Die Kleinaktionäre wehren sich dagegen, dass durch die geplante Kapitalerhöhung der Einfluss der freien Aktionäre zurückgedrängt wird. Wann die Gerichte entscheiden werden, ist völlig offen.

Damit kann Refugium sich vorerst kein Finanzpolster verschaffen. "Die Banken sind nicht bereit, uns Kreditlinien einzuräumen", zitiert die Zeitung Refugium-Chef Küthe. Das Unternehmen werde im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Fehlbetrag in zweistelliger Millionenhöhe ausweisen. 1999 war Refugium durch falsche Bilanzierungen in Schwierigkeiten geraten. Auf Druck des Aufsichtsrats wurde der Vorstand mit Klaus Küthe besetzt. Seitdem bemüht sich der ehemalige Finanzvorstand von Alcatel SEL um eine Sanierung des Konzerns.