Regierungspläne Abgeltungssteuer kommt später
Hamburg - Die Reform der Steuern auf Kapitalerträge soll einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" (SZ) nun bis 2010 verschoben werden. Ursprünglich wollte Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) zeitgleich mit der Reform der Firmensteuern zum 1. Januar 2008 eine Abgeltungssteuer von 25 Prozent auf Zinsen und andere Kapitalerträge einführen. Privatanleger müssten dann nicht mehr bis zu 42 Prozent Einkommenssteuer zahlen, sondern ihre Bank würde 25 Prozent der Kapitalerträge direkt ans Finanzamt abführen. Die Steuerschuld wäre damit abgegolten.
Dies würde den Staat aber weitere zwei bis drei Milliarden Euro kosten, berichtet das Blatt. Das Finanzministerium wolle deshalb erst 2008 oder 2009 über die Abgeltungssteuer entscheiden. Dann sei klar, was die Reform der Firmensteuern tatsächlich gekostet hat. Laut "SZ" wird im Ministerium mit jährlichen Steuerausfällen von acht Milliarden Euro gerechnet. Allerdings wird erwartet, dass ein Teil des Geldes später wieder hereinkommt, da die Senkung der Firmensteuern die Wirtschaft ankurbeln soll.
Bislang hatte die Regierung betont, die für 2008 geplante Reform dürfe den Staat auf Dauer nichts kosten. Denkbar sei nur eine Anschubfinanzierung in den ersten Jahren. Steinbrück wird seine Reformpläne voraussichtlich am 19. Juni der Öffentlichkeit präsentieren.
kaz/dpa-AFX