Reinheitsgebot EU-Minister beenden Wodka-Streit
Brüssel - Ein europäisches Reinheitsgebot für Wodka ist endgültig vom Tisch. Die EU-Landwirtschaftsminister einigten sich heute darauf, dass Wodka auch aus Trauben oder Rohrzucker gewonnen werden darf, wenn dies gut leserlich auf der Flasche gekennzeichnet wird. Nordeuropäische Herstellerländer wie Polen, Schweden, Finnland und die baltischen Republiken hatten darauf bestanden, dass Wodka nur aus Getreide oder Kartoffeln zubereitet werden darf.
Vor allem in Südeuropa wird Wodka häufig aus anderen Rohstoffen als Getreide und Kartoffeln produziert. Nach der EU-Regelung müssen die Bestandteile aber nur auf dem Etikett verzeichnet werden, wenn vom traditionellen Herstellungsverfahren abgewichen wird. Im EU-Ministerrat wurden mit dieser Einigung Polen und Schweden überstimmt.
Der EU-Beschluss zu Spirituosen besagt auch, dass der bei Skifahrern beliebte Jaga- oder Jägertee in Deutschland künftig nur noch Hüttentee heißen darf. Nur in Österreich dürfen die Bezeichnungen Jaga- oder Jägertee weiter verwendet werden. Österreich setzte eine geschützte Bezeichnung für den Schwarztee mit Rum oder Obstler durch.
Der Spirituosenverordnung zufolge bleiben auch aromatisierende Zusätze in Obstbränden EU-weit verboten. Insbesondere kleine Brennereien in Deutschland hofften auf eine solche Qualitätssicherung.
kaz/AFP/Reuters