Reisekonzern: TUI streicht jede fünfte Stelle - DER SPIEGEL
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Reisekonzern TUI streicht jede fünfte Stelle

Das Geschäft läuft nicht gerade glänzend, der Wettbewerbsdruck ist enorm. Der Reisekonzern TUI will deshalb Geld sparen - und bis 2009 jede fünfte Stelle in Deutschland abbauen. Wie, das erläuterte das Unternehmen heute.
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Hamburg - Der weltgrößte Reisekonzern TUI streicht in Deutschland in den kommenden drei Jahren bis zu 400 Jobs. Airtours, 1-2-Fly und die Vertriebsorganisation würden mit der TUI Deutschland zu einer Firma verschmolzen, sagte TUI-Deutschland-Chef Volker Böttcher heute in Hannover. Dabei würden noch in diesem Jahr 170 Arbeitsplätze gestrichen, darunter 100 der mittleren Führungsebene. Insgesamt würden bis zum Jahr 2009 von derzeit 2000 Stellen der vier betroffenen Firmen bis zu 400 "sozialverträglich abgebaut".

Bei den betroffenen Mitarbeitern wolle man durch Abfindungsangebote Anreize schaffen, das Unternehmen von sich aus verlassen, sagte Böttcher weiter. Dafür stünden zehn Millionen Euro zur Verfügung. Allerdings werde man "notfalls auch betriebsbedingte Kündigungen aussprechen". Bereits zum 1. Juli werde die Zahl der Geschäftsführer bei den vier betroffenen Gesellschaften von heute elf auf dann vier reduziert.

Der Betriebsratsvorsitzende Christian Kuhn forderte, der Personalabbau müsse sozialverträglich erfolgen. Der Betriebsrat könne ihn aber nicht verhindern.

Von der Umstrukturierung der Vertriebs- und Produktionsstruktur erwartet TUI Deutschland bis zum Jahr 2008 Einsparungen von rund 50 Millionen Euro. Das sei der deutsche Beitrag zu dem von Konzernchef Michael Frenzel bereits auf der Hauptversammlung angekündigten Kostensenkungsprogramm, das konzernweit zu Einsparungen von 210 Millionen Euro führen solle, erklärte Böttcher.

TUI Deutschland reagiert laut Böttcher mit der Umstrukturierung auf den gestiegenen Wettbewerbsdruck. Vor allem durch die fulminante Entwicklung des Reiseverkaufs über das Internet seien neue Vertriebskanäle entstanden. Der Reisekonzern hatte zuletzt gerade auf dem deutschen Touristikmarkt Schwäche gezeigt: Im ersten Quartal stieg der Verlust des TUI-Bereichs Europa Mitte, dessen Kern Deutschland ist, im Jahresvergleich um 18 Millionen Euro auf 102 Millionen Euro. Auch Umsatz und Gästezahl sanken. Vor allem das Deutschland-Geschäft lief nicht gut.

Im Jahr 2004 hatte TUI in Großbritannien 800 Jobs vor allem in Reisebüros gestrichen, obwohl die Geschäfte dort glänzend liefen. Als Grund wurde schon damals der Trend zur Internetbuchung genannt. Vor drei Jahren hatte TUI schon einmal in Deutschland mehrere tausend Stellen gestrichen.

kaz/AP/dpa/Reuters