Reklamepatzer: McDonald's-Werbung beleidigt Chinesen - DER SPIEGEL
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Reklamepatzer McDonald's-Werbung beleidigt Chinesen

Der Massenmarkt China lockt westliche Konsumgüterkonzerne. Häufig verärgern die Unternehmen jedoch ihre Kunden, weil sie chinesische Bräuche und Sitten missachten. Jetzt hat sich mit McDonald's ein weiterer Großkonzern daneben benommen.
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Shanghai - Staatliche Medien haben einen TV-Spot von McDonald's   aus dem Programm genommen, berichtet die Zeitung "Shanghai Daily". Grund für die Zensur waren Beschwerden der Fernsehzuschauer. In dem Film war ein Mann zu sehen, der auf den Knien um Preisnachlass bettelt. Die Fastfood-Kette wollte damit ihre Sonderangebote anpreisen.

Beim Publikum kam der Spot nicht gut an. Die Bettelei erregte die Gemüter. "Vor jemandem auf die Knie zu fallen, wird von den meisten Chinesen als Demütigung wahrgenommen", erklärte Jiang Zhibin, Marketingexperte an der International Studies University von Shanghai, die wütende Reaktion seiner Landsleute.

McDonald's war um Schadenbegrenzung bemüht und entschuldigte sich für mögliche Missverständnisse. In der Reklame seien keine versteckten Botschaften enthalten, beteuerte der Konzern.

Der Burgerbräter ist nicht der erste westliche Konzern, der mit seiner Werbung in China für Aufruhr sorgt. Der Turnschuhhersteller Nike   entschuldigte sich dort Ende 2004 für eine Werbung mit dem US-Basketball-Star LeBron James. Der hatte sich in einem Werbefilm wilde Kämpfe mit mehreren Drachen geliefert. Chinesischen Radio-, Film- und TV-Behörde hatte die Reklame verboten, weil die Niederlage der Fabelwesen die nationale Würde verletzte.

Auch dem japanischen Autohersteller Toyota   warf China jüngst vor, mit einer Werbung das Nationalgefühl zu verletzen. Mehrere Steinlöwen, im Reich der Mitte Symbole der Autorität, hatten vor einem Toyota Prado salutiert. Der Autobauer hatte die Kampagne zurückgezogen.