Rekordhoch: Ölpreis wieder über 50 Dollar - DER SPIEGEL
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Rekordhoch Ölpreis wieder über 50 Dollar

Der Ölpreis ist zum zweiten Tag in Folge über die psychologisch wichtige Marke von 50 Dollar geklettert. Angesichts des Höchststandes warnen Experten jedoch vor Panikmache. Zu einem Einbruch der Konjunktur werde es voraussichtlich nicht kommen.
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Berlin - Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Sorte Light Sweet Crude betrug am Morgen 50,10 Dollar und damit 0,4 Prozent mehr als zum Schluss des offiziellen Handels in New York. Am Vortag hatte US-Ölpreis mit 49,90 Dollar geschlossen - dem bisher höchsten Schlussstand. Im Handelsverlauf hatte der US-Ölpreis am Dienstag ein Verlaufshoch von 50,47 Dollar erreicht.

Händler nannten die Sorgen vor einer Angebotsverknappung in den USA, die Folgen der Wirbelstürme für die Ölförderung in der Golfregion, die Unruhen in Nigeria und die unsichere Lage in Nahost als Gründe.

Unterdessen fürchtet der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Ludwig-Georg Braun, wegen des hohen Ölpreises vorerst keine negativen Auswirkungen auf die deutsche Wirtschaft. "Ich habe keine Angst, dass der Anstieg des Ölpreises zu einem Konjunktureinbruch führt oder gar eine Wirtschaftskrise auslöst", sagte Braun der "Financial Times Deutschland".

Der Preisanstieg sei geringer als in den 70er Jahren, und auch damals sei die deutsche Wirtschaft damit fertig geworden. Wenn der Ölpreis allerdings nachhaltig über 50 Dollar bleibe, führe das zu einem Kostenschub, den die Unternehmen wohl an die Abnehmer und Kunden weitergeben werden, so der DIHK-Chef.

Braun sagte weiter, im internationalen Wettbewerb sei der Höchststand kein Handicap, weil die Preise weltweit stiegen. "Sie steigern außerdem die Kaufkraft in den Öl exportierenden Ländern wie Russland." Höhere Preise lösten außerdem neue Initiativen aus, weniger Energie zu verbrauchen.

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) wandte sich gegen Forderungen, angesichts des gestiegenen Ölpreises die Öko- und Mineralölsteuer abzusenken. "Ein Konjunktureffekt würde dadurch kaum eintreten, während sich aber schlagartig neue Löcher im Staatshaushalt auftäten", sagte die Chefin der DIW-Abteilung Energie, Umwelt und Verkehr, Claudia Kemfert, der "Berliner Zeitung". Entsprechende Maßnahmen wären populistisch.

Politisch sei es vielmehr sinnvoll, die erneuerbaren Energien und alternative Fahrzeug-Antriebe weiter zu fördern. So könne man die Abhängigkeit von Brennstoffen wie Öl und Gas verringern. Die Verbraucher müssten sich angesichts einer steigenden Weltnachfrage auf Sicht von 10 bis 30 Jahre an Erdölpreise von 50 Dollar pro Fass gewöhnen. Nach oben sei die Grenze dann offen. "Auf Sicht von 40 oder 50 Jahren halte ich Preise von 100 Dollar oder mehr für möglich", sagte Kemfert.