Rekordverlust Ford verbucht Minus von 12,7 Milliarden Dollar
Dearborn - Allein im vierten Quartal hat der US-Konzern ein Minus von fast 5,8 Milliarden Dollar verbucht; im Vorjahreszeitraum waren es noch 74 Millionen Dollar gewesen. Auch auf das Gesamtjahr gerechnet ist die Entwicklung verheerend: 2005 hatte Ford noch einen Gewinn von 1,4 Milliarden Dollar erwirtschaftet.
Der Jahresumsatz des zweitgrößten amerikanischen Autoherstellers nach General Motors fiel deutlich von 179,6 Milliarden Dollar im Vorjahr auf nun 160,1 Milliarden Dollar, wie Ford heute mitteilte. Der Konzern befindet sich in einem kostspieligen Sanierungsprogramm für seine kriselnde nordamerikanische Autosparte. Dabei sollen 16 Werke geschlossen und bis zu 45.000 Stellen gestrichen werden.
Die Autosparte in den USA leidet unter einem Absatzrückgang und sinkenden Marktanteilen. Der Konzern reagierte viel zu langsam auf die wachsende Nachfrage nach sparsamen Autos in Zeiten hoher Benzinpreise. Ford produziert auch in Deutschland: Bei den Ford-Werken in Köln sind mehr als 20.000 Menschen beschäftigt.
Im vorbörslichen Aktienhandel verloren die Papiere von Ford 3,66 Prozent auf 7,90 Dollar. Analysten hatten nicht mit derart schlechten Zahlen gerechnet.
Ford geht davon aus, dass sein Marktanteil in den USA bis zum dritten Quartal 2007 weiter sinken wird, da sich der Konzern aus dem Geschäft mit Autovermietern und anderen Flottenbetreibern zurückzieht. Eine genaue Ergebnisprognose wagt das Unternehmen allerdings schon seit einem Jahr nicht mehr.
wal/dpa/rtr