Rekordzahl Haus und Hof unterm Hammer
Hamburg/Ratingen - Wie die Immobilienexperten der Argeta GmbH in Ratingen bei Düsseldorf ermittelt haben, setzten die Amtsgerichte fast 80.000 Zwangsversteigerungstermine fest. Das seien fast 40 Prozent mehr als im Vorjahr, das ebenfalls bereits ein Rekordjahr war. "Die Statistik ist allerdings in diesem Jahr etwas Verzerrt" sagte Argetra-Sprecher Winfried Aufterbeck. "Viele Amtsgerichte sind dazu übergegangen, die Wohnungen in großen Wohnhäusern einzeln anzubieten, um den Mietern eine Erwerbschance zu geben."
Doch auch gemessen an den amtlich festgesetzten Verkehrswerten werden heute fast doppelt so viele Immobilien zwangsversteigert wie vor fünf Jahren. Die Summe der Verkehrswerte erreichte in diesem Jahr 30,9 Milliarden Mark, das sind 22,5 Prozent mehr als im Vorjahr. "Hauptverantwortlich für die Zunahme der Zwangsversteigerungstermine sind leider immer noch die neuen Länder", sagte Aufterbeck. So hatten die gemeinsam erfassten Bundesländer Sachsen und Thüringen mit mehr als 70 Prozent den stärksten Anstieg aufzuweisen.
"Die Welle der Zwangsversteigerungen in Ostdeutschland reißt nicht ab, weil viele Objekte für keinen Preis an den Mann zu bringen sind", erklärte der Immobilienexperte. Das betreffe vor allem Gewerbeobjekte. Von den Immobilien, die zur Versteigerung anstehen, sind rund 70 Prozent Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen aus der privaten Nutzung. Der Rest verteilt sich auf Mehrfamilienhäuser, Wohn- und Geschäftshäuser, Gewerbeobjekte sowie Grundstücke und sonstige Objekte wie Garagen, Wochenendhäuser, Flugzeuge und Schiffe.