Rentenniveau: Hundt fordert schmerzhafte Schnitte - DER SPIEGEL
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Rentenniveau Hundt fordert schmerzhafte Schnitte

Während die Politik über den Beitragssatz für die Rentenversicherung streitet, fordert Arbeitgeberpräsident Hundt, die Auszahlungen deutlich zu senken und das Eintrittsalter auf 67 zu erhöhen.
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Hamburg - "Das Rentenniveau muss schrittweise auf 60 bis 62 Prozent abgesenkt werden und die abschlagsfreie Altersgrenze auf das 67. Lebensjahr angehoben werden", sagte der Präsident der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeber-Verbände der "Bild am Sonntag".

Eine Erhöhung der Beiträge zur Rentenversicherung sei voraussichtlich unabwendbar, aber keine Überraschung. "Schönrechnerei und mangelnder Reformwille rächen sich jetzt und führen zum rentenpolitischen Offenbarungseid", sagte Hundt. Mit der Rentenreform 2001 sei zwar grundsätzlich der richtige Weg eingeschlagen worden, "aber die Maßnahmen reichen nicht aus".

Die nächste Bundesregierung müsse zudem das Arbeitsrecht flexibilisieren. So sei etwa eine Modernisierung des Kündigungsschutzes notwendig, der nur noch in Betrieben mit mehr als 20 Arbeitnehmern und bei Arbeitsverhältnissen von mehr als zwei Jahren Dauer gelten solle. Außerdem müssten die Benachteiligung der meist mittelständischen Personengesellschaften in der Steuerpolitik und der Bildungsnotstand in Deutschland beseitigt werden.

Er wolle keine Abschaffung des Sozialstaates. "Ganz im Gegenteil. Ich will keine amerikanischen Verhältnisse", betonte Hundt. Aber der Sozialstaat müsse so reformiert werden, "dass die wirklich Bedürftigen unterstützt werden".

Der Ausgang der Bundestagswahl am 22. September ist nach Einschätzung von Hundt noch völlig offen: "In den kommenden Wochen kann noch viel passieren. Die Bundestagswahl 2002 ist noch nicht entschieden."