Restrukturierung: IBM baut 14.500 Stellen ab - DER SPIEGEL
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Restrukturierung IBM baut 14.500 Stellen ab

Es lief gut im zweiten Quartal für IBM. Allein der Verkauf der PC-Sparte und ein lukrativer Vergleich mit Microsoft trugen fast 1,9 Milliarden Dollar zum überraschend hohen Quartalsgewinn bei. Der Erfolg hat allerdings auch eine Kehrseite.
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Boston - Insgesamt 14.500 Stellen will der weltgrößte Computerkonzern streichen und damit deutlich mehr als ursprünglich angekündigt. Die Hauptlast des Stellenabbaus tragen die Niederlassungen in Westeuropa. Etwa die Hälfte der betroffenen Mitarbeiter hätten den Konzern schon verlassen, erklärte IBM-Finanzvorstand Mark Loughride gestern bei der Vorstellung der neuen Quartalsbilanz.

IBM hatte im Mai die Streichung von 10.000 bis 13.000 Stellen angekündigt. Die Kosten für den jetzt auf 14.500 Stellen erhöhten Abbau belaufen sich nach Unternehmensangaben auf 1,7 Milliarden Dollar und liegen damit am oberen Ende der im Mai vorgelegten Schätzung. Die Restrukturierungskosten sind bereits im Konzernergebnis enthalten.

Das fiel überraschend gut aus, selbst wenn man die Sondereinnahmen aus dem Verkauf der PC-Sparte und dem Vergleich mit Microsoft ausklammert. Bereits ohne diesen Geldsegen betrug der Gewinn im zweiten Quartal 1,12 Dollar je Aktie. Die Wall Street war nur von einem Quartalsgewinn von 1,03 Dollar je Aktie ausgegangen.

IBM setzte im zweiten Quartal 22,3 Milliarden Dollar oder 3,6 Prozent weniger als in der entsprechenden Vorjahreszeit um. IBM hatte seine PC-Sparte an den chinesischen PC-Hersteller Lenovo verkauft. Im Quartalsumsatz des Unternehmens waren deshalb nur noch 557 Millionen Dollar PC-Umsätze enthalten. Klammert man das PC-Geschäft ganz aus, dann gab es gegenüber dem zweiten Quartal 2004 einen IBM- Umsatzanstieg von sechs Prozent.

Der Verkauf brachte einen Sondergewinn von 1,1 Milliarden. IBM erhielt aus einem kartellrechtlichen Vergleich mit Microsoft 775 Millionen Dollar. Dagegen standen die Sonderbelastungen für die Restrukturierung des Konzerns in Höhe von 1,7 Milliarden Dollar vor Steuern. In dieser Summe sind die Kosten für den weit reichenden Personalabbau enthalten.

Auch Auslandsgeschäft stabil

"Wir haben unser PC-Geschäft reibungslos an Lenovo übertragen, haben in Europa ein gestrafftes Managementsystem eingeführt und haben wichtige Teile der Gesellschaft im Hinblick auf zukünftiges Wachstum restrukturiert", erklärte Konzernchef Samuel J. Palmisano am Montag nach Börsenschluss. IBM hat nach seinen Worten im zweiten Quartal "wieder Form erreicht".

IBM setzte in der Region Europa/Naher Osten/Afrika unverändert 7,4 Milliarden Dollar um. Klammert man den PC-Bereich und Wechselkursschwankungen aus, gab es dort einen Umsatzanstieg von vier Prozent.

Das Dienstleistungs- und Consulting-Geschäft, der Softwarebereich und die Geschäfte mit mittleren und kleineren Firmen entwickelten sich besonders gut. Der Dienstleistungsumsatz erhöhte sich um sechs Prozent auf zwölf Milliarden Dollar. Dies ist die mit Abstand wichtigste IBM-Sparte. Sie brachte mehr als die Hälfte des Gesamtumsatzes. IBM holte Dienstleistungsaufträge im Wert von 14,6 Milliarden Dollar herein und hatte zum Quartalsende bei Dienstleistungen einen Auftragsbestand von 113 Milliarden Dollar.

Die IBM-Aktie   legte in New York gestern nachbörslich kräftig um 4,3 Prozent auf 85,33 Dollar zu. IBM verdiente im zweiten Quartal aus dem laufenden Geschäft 1,85 Milliarden Dollar.

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