REWE LTU soll in drei Jahren saniert sein
Hamburg - REWE zum Jahresende mit 40 Prozent bei der defizitären Fluggesellschaft ein, weil er sonst die Touristikgruppe LTU nicht vollständig übernehmen darf. "In drei Jahren müsste der Flugbetrieb saniert sein", sagte der REWE-Chef Hans Reischl dem "Focus". Vergangene Woche hatte Reischl die Sanierungskosten mit 100 Millionen Mark beziffert.
Kerngeschäft der REWE bleibe der Lebensmittelhandel mit 170.000 Mitarbeitern und 60 Milliarden Mark Umsatz, sagte Reischl. Das erheblich schneller wachsende Tourismusgeschäft mit 15.000 Mitarbeitern "finanziert sich selbst".
Reischl bekräftigte, dass er die bei der WestLB liegenden 10,1 Prozent Anteile an der LTU-Fluggesellschaft nicht in die Hände der Konkurrenz fallen lassen möchte. "Es kann sein, dass wir den Anteil übernehmen. Es ist aber auch nicht ausgeschlossen, dass die WestLB dabei bleibt", sagte er. Die übrigen Anteile liegen bei der Swissair- Konzernmutter SAirGroup.
Der "Welt" hatte Reischl kürzlich gesagt, die REWE-Touristik werde in den kommenden Jahren um fünf bis zehn Prozent jährlich wachsen. Zu einem Konzernergebnis von 500 Millionen Mark müsse die Touristik in zwei, drei Jahren 100 Millionen Mark beisteuern.
Die neue Gruppe mit 14 Milliarden DM Umsatz umfasst ITS, DERTOUR, ADAC-Reisen, die DER-Reisebüros, Atlas-Reisen und die DERPART- Kooperationspartner. REWE schließt damit auf dem deutschen Markt zur Nummer zwei C&N auf, dem Touristikunternehmen von KarstadtQuelle und Lufthansa. Branchenprimus bleibt die Preussag-Tochter TUI-Group.
Auch international will REWE im Tourismus wachsen. «Ich glaube aber nicht, dass wir uns in England beteiligen», sagte Reischl. «Da konzentrieren wir uns jetzt lieber auf das Reisegeschäft im Internet.»