Rewe Milliardenschweres Übernahmeangebot
Hamburg - Die US-amerikanische Private-Equity-Firma KKR hat nach Informationen von "manager magazin" dem Rewe-Vorstand Ende Mai ihre Übernahmepläne unterbreitet. Es ist das zweite Angebot, das der in Köln ansässige genossenschaftliche Handelskonzern mit 43 Milliarden Euro Umsatz und den Marken Penny, Deutsches Reisebüro und ITS-Reisen erhält: Auch der KarstadtQuelle-Konzern ist an Rewe interessiert und will den Touristikbereich übernehmen.
Laut dem Bericht will KKR die Nicht-Kernaktivitäten, wie etwa die österreichische Kette Billa oder die Rewe-Touristik, erwerben und verwerten. Der Rewe-Großhandel, bei dem sich die 3000 selbstständigen Rewe-Kaufleute eindecken, solle künftig von einem anderen Unternehmen betrieben werden. KKR stellte den Rewe-Genossen einen Kaufpreis von mehreren Milliarden Euro in Aussicht. Der Rewe-Vorstand lehnte ab. Geschäftsverkäufe seien für den Vorstand kein Thema, da sich Rewe auf Expansionskurs befinde, erklärte ein Rewe-Sprecher am Abend. "Wir führen keine Gespräche, um etwas zu verkaufen, sondern um Unternehmen zu akquirieren." Es gebe immer Kontakte zu Investoren. "Das ist ein ganz normales Geschäft", betonte der Sprecher.
Der KarstadtQuelle-Konzern hat laut "manager magazin" der Rewe unterdessen angeboten, den Touristikbereich mit dem Deutschen Reisebüro und ITS zu übernehmen, um ihn in seine eigene Reisesparte, die künftige Thomas Cook, zu integrieren. Auch diese Offerte verwarf der Rewe-Vorstand.
Zudem interessiert sich "manager magazin" zufolge der Einzelhandelsexperte und Finanzinvestor Clemens Vedder (Goldsmith Investments) für Rewe. Er verfolgt ähnliche Pläne wie KKR, hält aber nur ein Unternehmen für geeignet, den Großhandel fortzuführen und damit den selbstständigen Rewe-Einzelhändlern "eine Heimat" zu bieten, so Vedder: den Hamburger Konkurrenten Edeka.