Rewe-Prozess: Berninghaus legt Geständnis ab - DER SPIEGEL
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Rewe-Prozess Berninghaus legt Geständnis ab

Der Untreue-Prozess gegen den ehemaligen Rewe-Chef Dieter Berninghaus hat mit einem umfassenden Geständnis begonnen: Er habe einen schweren Fehler begangen, erklärte Berninghaus. Zusammen mit weiteren Beschuldigten soll er beim Kauf einer Internetfirma über 15 Millionen eingestrichen haben.
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Köln - "Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft ist zutreffend", räumte Berninghaus zum Prozessauftakt ein. "Es war ein schwerer Fehler, für den ich ohne Wenn und Aber die Verantwortung trage." Dennoch sei er überzeugt, dass die Akquisition von Nexum damals für Rewe eine richtige Entscheidung gewesen sei.

Berninghaus muss sich vor dem Landgericht wegen des Vorwurfs der schweren Untreue verantworten. Er soll zusammen mit weiteren Beschuldigten beim Kauf der Internetfirma Nexum durch Rewe unrechtmäßig Provisionen in einer Gesamthöhe von 15,2 Millionen Euro kassiert haben. Der einstige Rewe-Chef selbst soll laut Anklage 6,5 Millionen Euro aus den Provisionen erhalten haben, die gemessen an der Unternehmenssubstanz "ohne Gegenleistung" gewesen seien, wie die Staatsanwaltschaft moniert.

Im Zusammenhang mit dem Nexum-Erwerb hatte Rewe den im Oktober 2004 zurückgetretenen Vorstandschef vor gut einem Jahr bereits auf rund 27 Millionen Euro Schadenersatz verklagt. Die 25 Millionen Euro teuere Investition, mit der sich Rewe auf dem Höhepunkt des Internet-Booms ein Standbein im Online-Handel sichern wollte, hatte sich nach Unternehmensangaben später als praktisch wertlos erwiesen. Das Zivilverfahren um möglichen Schadenersatz endete vor wenigen Wochen mit einem Vergleich: Der Einigung zufolge zahlt Berninghaus dem Konzern die 6,5 Millionen Euro, die er als Provision bekommen hat, zurück. Außerdem verzichtet der Ex-Unternehmenschef auf Ansprüche aus der Aufhebung seines Vertrags mit Rewe in Höhe von weiteren knapp 4,5 Millionen Euro.

ase/ap/afp