Rezession: Europas Wirtschaft bricht unerwartet stark ein - DER SPIEGEL
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Rezession Europas Wirtschaft bricht unerwartet stark ein

Schlechte Nachrichten aus allen Ländern der Euro-Zone: Die Wirtschaft ist im vierten Quartal um 1,5 Prozent im Vergleich zum Vorquartal geschrumpft. Es ist der größte Rückgang seit Gründung des Währungsraums - Ökonomen hatten nicht erwartet, dass er so drastisch ausfällt.
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Luxemburg - Die Wirtschaft in der Euro-Zone ist zum dritten Mal in Folge geschrumpft. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sank von Oktober bis Dezember unerwartet stark um 1,5 Prozent im Vergleich zum Vorquartal, wie die Statistikbehörde Eurostat am Freitag mitteilte.

Industriebetrieb (in Friedrichshafen): Einbrüche auf breiter Front

Industriebetrieb (in Friedrichshafen): Einbrüche auf breiter Front

Foto: DDP

Experten hatten lediglich mit einem Rückgang von 1,2 bis 1,3 Prozent gerechnet. Auch im zweiten und dritten Quartal war die Wirtschaftsleistung geschrumpft, jeweils um 0,2 Prozent. Zum Vorjahreszeitraum sank das BIP um 1,2 Prozent. Für das gesamte Jahr 2008 bleibt damit noch ein Plus von 0,7 Prozent.

Die meisten Volkswirtschaften in der Euro-Zone stecken mittlerweile in der Rezession. In Deutschland ging die Wirtschaftsleistung im vierten Quartal mit 2,1 Prozent sogar so stark zurück wie noch nie seit der Wiedervereinigung. Das teilte das Statistische Bundesamt am Freitag mit. Die Konjunktur brach in Deutschland gegen Jahresende auf breiter Front ein. Exporte und Investitionen gingen spürbar zurück. "Auch die Konsumausgaben waren geringfügig geringer als im dritten Quartal", teilten die Statistiker mit. Außerdem produzierten die Unternehmen wegen des sinkenden Absatzes verstärkt auf Halde: Der Lageraufbau sei deutlich gestiegen.

Die niederländische Wirtschaft brach im vierten Quartal nach vorläufigen Berechnungen des Statistikamts CBS um 0,9 Prozent ein. Hier hatten Volkswirte mit einem etwas stärkeren Minus von einem Prozent gerechnet.

Frankreich meldete am Freitag ein BIP-Minus von 1,2 Prozent von Oktober bis Dezember - der stärkste Rückgang seit der Ölkrise 1974. Für das Gesamtjahr ergebe sich daraus ein Schrumpfen um 0,7 Prozent. Das Wirtschaftsministerium in Paris teilte zudem mit, dass das Defizit im französischen Staatshaushalt 2008 von 34,72 auf 56,15 Milliarden Euro gestiegen sei. Aus diesen Zahlen ergebe sich ein Staatsdefizit von 3,41 Prozent des BIP. Frankreich verstößt damit gegen den EU-Stabilitätspakt, der eine Obergrenze von drei Prozent vorsieht.

Italien verzeichnete ein Minus von 1,8 Prozent, wie die italienische Statistikbehörde Istat am Freitag in Rom auf Basis vorläufiger Daten mitteilte. Dies sei der stärkste Wachstumseinbruch seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1980, hieß es. Damit wurden bereits pessimistische Erwartungen von Ökonomen in Italien übertroffen, die mit einem Minus von einem Prozent gerechnet hatten.

Viel härter als den Euro-Raum trifft es Japan: Die dortige Wirtschaft schrumpfte nach Einschätzung von Experten im vierten Quartal 2008 um 11,7 Prozent. Entsprechende Zahlen wird die Regierung voraussichtlich am Montag bekanntgeben. Das wäre der stärkste Rückgang seit dem Ölschock in den siebziger Jahren und weit mehr als in den USA oder Europa. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt befindet sich damit in der schwersten Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg.

kaz/dpa/Reuters/AP

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