Rezession Konsumeinbruch drückt US-Wirtschaft ins Minus
Washington - Die Zahlen machen keinen Mut. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sei im Vergleich zum Vorjahr um 0,5 Prozent gefallen, teilte das US-Handelsministerium am Dienstag in Washington in einer Schätzung mit. Der Rückgang war bereits in einer früheren Schätzung erwartet worden.
Ausverkauf in New York: Amerika leidet unter der Konsumflaute
Foto: APDie US-Wirtschaft ist damit so stark geschrumpft wie seit sieben Jahren nicht mehr. Im zweiten Quartal war sie noch um 2,8 Prozent gewachsen. Der Wachstumseinbruch im dritten Quartal ist den Angaben zufolge vor allem auf schwache Konsumausgaben zurückzuführen. Die Ausgaben der privaten Haushalte auf Quartalssicht sanken um 3,8 Prozent. Besonders ausgeprägt war der Einbruch bei langlebigen Gütern. Hier wurde ein Einbruch um 14,8 Prozent verzeichnet. Die Konsumausgaben machen etwa zwei Drittel der amerikanischen Wirtschaftsleistung aus.
Auch das Exportwachstum brach regelrecht ein. Es schwächte sich von 12,3 Prozent im Vorquartal auf drei Prozent ab. Die Importe sanken um 3,5 Prozent, nachdem sie schon im Vorquartal um 7,3 Prozent gefallen waren. Die Investitionen der Unternehmen sanken um 1,7 Prozent, nach einem Zuwachs von 2,5 Prozent im Quartal zuvor.
Noch düsterer sich die Prognosen für das 4. Quartal: Viele Experten erwarten angesichts langsamer Kreditflüsse, weiter sinkender Immobilienpreise und noch stärkeren Einbrüchen beim Verbraucherverhalten, dass die Wirtschaft in den letzten drei Monaten auf Jahresbasis um sechs Prozent schrumpft.
Der künftige Präsident Barack Obama plant angesichts dieser düsteren Aussichten und Befürchtungen, dass im kommenden Jahr bis zu drei Millionen Arbeitsplätze verloren gehen könnten, ein neues Konjunkturprogramm im Umfang von bis zu 850 Milliarden Dollar.