Rezession Metro richtet sich auf längere Durststrecke ein
Düsseldorf - Große Hoffnungen für 2009 hegt der Einzelhandel nicht, auch wenn die Verbraucher in folge des Konjunkturpakets der Regierung voraussichtlich mehr Geld in der Tasche haben werden. "Die Kunden werden sich sehr genau überlegen, wo und wofür sie ihr Geld ausgeben", sagte Konzernchef Eckhard Cordes am Dienstag in Düsseldorf. Der Handelsriese stelle deshalb zurzeit seine gesamten Kostenstrukturen auf den Prüfstand.
Einkaufswagen von Metro: Kostenstrukturen auf dem Prüfstand
Foto: DDPBereits 2008 hinterließ die weltweite Wirtschaftskrise deutliche Spuren in der Bilanz des größten deutschen Handelskonzerns, zu dem neben den Metro-Großhandelsmärkten auch die Elektronikmarktketten Media Markt und Saturn, die SB-Warenhauskette Real und die Kaufhof-Warenhäuser gehören. Vor allem in Spanien und Italien litt der Handelsriese im wichtigen vierten Quartal unter der sinkenden Nachfrage der Konsumenten. Auch in Osteuropa schwächte sich die Wachstumsdynamik deutlich ab.
Zufrieden mit dem Weihnachtsgeschäft
In Deutschland sei das Weihnachtsgeschäft dagegen alles in allem zufriedenstellend verlaufen, sagte Konzerchef Eckhard Cordes am Dienstag in Düsseldorf. Punkten konnten hierzulande vor allem Media Markt und Saturn, die von der robusten Nachfrage der Verbraucher nach Unterhaltungselektronik profitierten. Spielkonsolen und Zubehör, Notebooks und Fernsehgeräte seien im Weihnachtgeschäft die Renner gewesen, berichtete das Unternehmen.
Dennoch verfehlte der Konzern sein selbstgesetztes Umsatz- und Ergebnisziel. Insgesamt steigerte die Metro-Gruppe ihren Umsatz nach vorläufigen Zahlen 2008 um 5,9 Prozent auf 68 Milliarden Euro.
Beim Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) erwartet der Konzern eine Steigerungsrate auf dem Niveau des Umsatzwachstums. Noch im Oktober hatte das Unternehmen angekündigt, den Umsatz um mehr als sechs Prozent und den um Sondereffekte bereinigten Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) um sechs bis acht Prozent steigern zu wollen.
Cordes will Wettbewerbsposition stärken
Den stärksten Wachstumsbeitrag lieferten auch im vergangenen Jahr die Elektronikmarktketten mit einem Plus von 8,9 Prozent. Erste spürbare Erfolge erzielte der Konzern auch bei der Sanierung der Real-Warenhäuser, die ihre Umsätze um 5,8 Prozent steigerten. Die Metro-Großmärkte legten um 4,5 Prozent zu. Die vom Unternehmen zum Verkauf angebotene Warenhauskette Galeria Kaufhof verzeichnete dagegen einen Umsatzrückgang um 1,1 Prozent.
Insgesamt eröffnete die Metro Group im vergangenen Jahr 124 neue Filialen. Der Konzern betrieb damit zum Jahresende 2008 insgesamt 2195 Standorte in 32 Ländern. Trotz der negativen Aussichten für 2009 blickt der Handelsriese insgesamt optimistisch in die Zukunft. Durch die geplanten Kostensenkungen schaffe der Konzern zusätzliche unternehmerische Spielräume. "Deshalb bin ich überzeugt, dass wir auch 2009 unsere Wettbewerbsposition weiter stärken werden", sagte Cordes.