Rezessionsangst: Börsen weltweit auf Talfahrt - DER SPIEGEL
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Rezessionsangst Börsen weltweit auf Talfahrt

Die schwachen Vorgaben von den asiatischen Märkten hatten die Stimmung der Anleger schon im Vorfeld verdorben. Zu Handelsbeginn brachen die Börsenkurse in Deutschland massiv ein. An der Entwicklung dürfte sich heute kaum noch etwas ändern.
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Frankfurt am Main/Tokio/Shanghai - Hohe Preise für Energie, Rezessionsängste in den USA und die Meldungen von den Milliardenabschreibungen des Versicherungskonzerns AIG halten die Investoren weiterhin in Atem. Nach den teils massiven Kurseinbrüchen an den asiatischen Aktienmärkten gaben zu Handelsbeginn auch die Börsenkurse in Frankfurt am Main nach. Nach der ersten Handelsstunde stand der Dax mit 1,46 Prozent Minus bei nur noch 6650 Punkten. Der MDax   verlor 1,35 Prozent auf 8.971 Zähler und der TecDax   1,68 Prozent auf 771 Punkte.

Unter den 30 DAX-Werten wurden vor allem Finanztitel von den Anlegern verkauft: Die größten Verluste verzeichnete die Commerzbank-Aktie   mit einem Rückgang von 3,24 Prozent. Allianz-Papiere   verloren 2,74 Prozent, Deutsche Bank  2,15 Prozent und die Deutsche Börse   selbst 1,87 Prozent. Einziger Gewinner ist die MAN-Aktie  , die mit 4,4 Prozent im Plus notierte. Am Morgen hatte Volkswagen   bekannt gegeben, die Stimmenmehrheit beim Lkw-Hersteller Scania   übernommen zu haben.

Den Fehlstart in die Handelswoche hatten die asiatischen Börsen eingeleitet. Vor allem in Tokio trübten die Sorgen um die US-Konjunktur und der starke Yen die Stimmung auf dem Parkett, so dass der Nikkei-Index   fast 4,5 Prozent einbüßte. Unter Druck standen vor allem Exportwerte.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss in Tokio 4,49 Prozent im Minus bei 12.992 Zählern - dem niedrigsten Stand seit dem 23. Januar. Der breiter gefasste Topix-Index verlor bis Handelsschluss gut vier Prozent auf 1271 Punkte. "Wegen der riesigen Verluste bei US-Aktien und des deutlich stärkeren Yens kann ein Rückgang nicht verhindert werden", sagte Yutaka Miura von Shinko Securities. Inländische Handelsfaktoren könnten den Markt einfach nicht mehr beruhigen. Abhängig von den Konjunkturdaten müssten sich die Anleger in Tokio noch auf neue Tiefststände gefasst machen.

Auch die Börsen in Korea, Singapur, Hongkong und Taiwan gaben nach. Lediglich die Börse in Shanghai notierte im Plus und überraschte damit die Experten, die angesichts einer Fülle neu gehandelter Aktien nach mehreren Börsengängen eher mit Abschlägen gerechnet hatten.

In den USA werden in dieser Woche eine Reihe Wirtschaftsdaten erwartet, von denen sich die Anleger Hinweise auf den Zustand der weltgrößten Volkswirtschaft erhoffen. Unter dem Druck der anhaltenden Rezessionsangst hatte der Dow Jones am Freitag in New York mehr als zwei Prozent im Minus geschlossen. Auch die Sorge um die Auswirkungen der Kreditkrise habe mit einer UBS  -Studie und darin veranschlagtem Abschreibungsbedarf von mehr als 600 Milliarden Dollar weitere Nahrung erhalten, sagten Händler. Daneben hätten neuerliche Tiefstände beim Dollar und die Rekordfahrt von Rohöl und Gold die negative Tendenz verstärkt.

mik/dpa-AFX/Reuters/Dow Jones