Rezessionsangst: Wall Street schließt tief im Minus - DER SPIEGEL
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Rezessionsangst Wall Street schließt tief im Minus

Verkaufslaune an den New Yorker Aktienmärkten: Nach der Gewinnwarnung von General Electric haben sich die US-Börsen mit deutlichen Verlusten ins Wochenende verabschiedet. Auch enttäuschende Konjunkturdaten tragen zur schwarzen Stimmung am Markt bei.
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New York/Frankfurt am Main - Die überraschende Gewinnwarnung von General Electric (GE) hat die US-Börsen mit heruntergerissen: Die New Yorker Aktienmärkte schlossen am Freitag mit deutlichen Verlusten. Der Dow Jones  ging mit einem Minus von 2,04 Prozent auf 12.325 Zählern aus dem Handel. Im Vergleich zur Vorwoche hat der US-Leitindex damit 2,25 Prozent verloren.

Der breiter gefasste S&P-500-Index schloss bei 1332 Stellen und damit ebenfalls 2,04 Prozent schwächer. Der Index der Technologiebörse Nasdaq Stock Market   verlor 2,61 Prozent und ging mit 2290 Zählern aus dem Handel.

Der Konzern GE  , der wegen seiner vielfältigen Aktivitäten als Barometer für die gesamte wirtschaftliche Entwicklung in den USA gilt, wies am Freitag einen Gewinnrückgang von sechs Prozent aus. Unter der Kreditkrise und dem allgemeinen Abschwung in der größten Volkswirtschaft litten vor allem die Finanz-, die Industrie- und die Gesundheitssparte des Konzerns. Für das Gesamtjahr senkte GE seinen Ausblick.

Entsprechend habe die Nachricht von niedrigeren Gewinnen und Umsätzen auf die allgemeine Stimmung durchgeschlagen, hieß es am Markt. "Die Gewinnwarnung von General Electric  hat dem Markt einen neuen Tiefschlag verpasst", sagte ein Händler. Für die gerade angelaufene Berichtssaison lasse das auf nichts Gutes hoffen.

General Electric ist nach Alcoa bereits der zweite Konzern, der zum Auftakt der US-Quartalssaisonweit unter den Erwartungen der Analysten blieb. In der kommenden Woche melden unter anderem Finanzwerte wie die Citigroup  , JP Morgan und Merrill Lynch  ihre Ergebnisse - hier werden weitere Abschreibungen erwartet. Auch der Konsumgüterkonzern Johnson & Johnson  sowie der Mischkonzern Honeywell  dürften mit ihren Zahlen belegen, wie stark die Unternehmen bereits unter der Kreditkrise leiden.

Verbrauchervertrauen auf tiefstem Stand seit 1982

Enttäuschende Konjunkturdaten trugen ebenfalls dazu bei, die Stimmung am Markt zu schwärzen. So hat sich das von der Universität Michigan ermittelte Konsumklima im April Kreisen zufolge stärker eingetrübt als von Experten erwartet und ist auf den niedrigsten Stand seit Anfang der 80er Jahre.

Der Index der Universität Michigan gab nach vorläufigen Berechnungen vom Freitag im April auf 63,2 Punkte von 69,5 Zählern im Vormonat nach. Volkswirte hatten nur mit einem Rückgang auf 69,0 Punkte gerechnet.

Weltweite Verluste an den Börsen

Die Gewinnwarnung von GE hatte am Freitag weltweit die Aktienindizes ins Minus fallen lassen. Der Dax   verlor bis Handelsschluss 1,5 Prozent und schloss bei 6603 Punkten. Auch MDax   und TecDax   tendierten schwächer.

Vor allem das Dax-Schwergewicht Siemens   litt unter der Gewinnwarnung. Aktien von Siemens fielen mit einem Abschlag von 3,44 Prozent auf 68,25 Euro auf den letzten Platz im DAX. "Vor allem die Schwäche in der US-Medizintechnik-Sparte betrifft Siemens genauso, denn der deutsche Konzern agiert in denselben Märkten wie GE", hob er hervor.

Auch die Autowerte, die zuletzt noch einen Erholungsversuch gestartet hatten, rutschten wieder in die Verlustzone. Besonders schwach präsentierte sich BMW  .

Im MDax   büßten die Aktien des Flughafen-Betreibers Fraport   nach den veröffentlichten Verkehrszahlen für März 2,98 Prozent auf 45,53 Euro ein. Nach Ansicht von Händlern waren die Zahlen etwas schwach, da im vergangenen Monat die Anzahl der in Frankfurt abgefertigten Fluggäste im Vergleich zum Vorjahr gesunken ist.

Die Titel von Tele Atlas  vollzogen im Tagesverlauf eine Berg- und Talfahrt und gingen schließlich mit einem kräftigen Verlust von 13,36 Prozent auf 22,31 Euro aus dem Handel.

Die Titel wurden zuletzt von Aussagen belastet, dass der Übernahme-Interessent TomTom   die Frist der EU-Kommission zur Einreichung von Vorschlägen für wettbewerbsrechtliche Auflagen einfach habe verstreichen lassen. Am Markt hieß es dazu: Sollte die Übernahme von Tele Atlas scheitern, so sei das sehr negativ für die Aktie des Herstellers digitaler Landkarten. Die Wahrscheinlichkeit einer Einigung mit der EU sei nun gesunken.

In den Abwärtssog gerieten auch Finanztitel wie die der Citigroup   mit einem Minus von 1,4 Prozent. Bear Stearns  , das am Vortag selbst eine Gewinnwarnung herausgegeben hatte, lag 1,6 Prozent im Minus.

Japan vor G7-Treffen etwas fester

In Tokio hatte sich der Nikkei-225-Index   am Freitag in der letzten Handelsstunde sehr fest präsentiert. Die Anleger warteten auf ein Treffen der Notenbankchefs der sieben führenden Wirtschaftsnationen beim G7-Gipfel am Wochenende und hofften auf eine Stabilisierung der Finanzmärkte, erklärten Börsianer das Marktgeschehen. Japans bedeutendstes Börsenbarometer legte um 2,49 Prozent auf 13.268 Punkte zu.

Der US-Ölpreis ist am Freitag etwas unter seinen jüngsten Rekordstand gefallen. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte West Texas Intermediate zur Auslieferung im Mai sank im asiatischen Handel auf 109,64 US-Dollar. Das waren 47 Cent weniger als zum Handelsschluss am Vortag. Am Mittwoch hatte der Ölpreis noch mit 112,21 Dollar noch einen neuen Höchststand erreicht.

Der Euro hat am Freitag etwas fester notiert. Vom am Donnerstag erreichten Rekordhoch bei 1,5915 Dollar blieb er jedoch weit entfernt. Die Gemeinschaftswährung hatte nach der Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB)zunächst Kursgewinne verzeichnet, gab aber wieder nach, als EZB-Chef Jean-Claude Trichet Sorgen wegen der Wechselkursschwankungen ausgedrückt hatte.

amz/itz/mm.de/dpa-AFX/Reuters

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