Rezessionspanik: Merrill Lynch erwartet weitere US-Zinssenkung - DER SPIEGEL
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Rezessionspanik Merrill Lynch erwartet weitere US-Zinssenkung

Erst 75 Basispunkte, dann 50 Punkte - und bald noch mehr? Die US-Notenbank wird die Leitzinsen erneut senken, erwartet die Investmentbank Merrill Lynch. Grund: der massive Abschwung der Wirtschaft.
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New York - Die Investmentbank Merrill Lynch hält es für wahrscheinlich, dass die US-Notenbank die Zinsen demnächst erneut senkt - und zwar außerhalb ihrer regulären Sitzungen. Grund dafür sei der außerordentlich deutliche Geschäftseinbruch der US-Dienstleister im Januar, heißt es in einer Mitteilung von Merrill Lynch an ihre Kunden.

Gestern hatte das Institute for Supply Management (ISM) seinen Service-Index vorgelegt, der das Geschäftsklima im Dienstleistungssektor wiedergibt. Der Index war von 54,4 auf 41,9 Zähler gesunken. Diese Entwicklung werde dazu führen, dass die US-Notenbank in "aggressiver Zinssenkungs-Stimmung" bleibt, schreibt Merrill Lynch. Es bestehe eine "große Wahrscheinlichkeit, dass eine Zinsänderung zwischen den regulären Sitzungen möglich ist".

Man könne nicht mehr davon sprechen, dass sich die Wirtschaft lediglich in einem Abschwung befinde. Vielmehr habe es im Januar einen Kollaps beim Autoabsatz gegeben und die Einschränkungen bei der Kreditvergabe seien ohne Beispiel. Die Geschwindigkeit und der Tiefgang des Abschwungs, der in dem ISM-Bericht zu sehen sei, verstärkten nun die Befürchtungen bei Merrill, dass es zu einem deutlich größeren Abschwung kommen werde als 2001.

Die US-Notenbank Federal Reserve hatte in den vergangenen Tagen die Zinsen bereits kräftig gesenkt: Am 22. Januar reduzierte sie überraschend, weil außerhalb ihrer regulären Sitzung, den Zins zunächst um 75 Basispunkte auf 3,5 Prozent. Im Anschluss an eine reguläre Sitzung wurden die Zinsen am 31. Januar dann um weitere 50 Basispunkte auf 3,00 Prozent zurückgenommen. Zudem ließ die Fed die Tür für abermalige Zinsschritte nach unten offen. Zur Begründung für die Senkungen hatte es geheißen, die Risiken für eine weitere Abschwächung des Wachstums in den USA blieben wegen der Hypotheken- und Finanzkrise hoch.

wal/Reuters

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