Riester-Rente Eine Million fehlerhafter Verträge
Hamburg - "Wer bereits jetzt einen Vertrag unterschreibt, läuft Gefahr, ein nicht empfehlenswertes Produkt mit viel zu geringer Rendite zu erwerben", warnte BdV-Geschäftsführer Hans Dieter Meyer.
Es sei zu vermuten, dass zwischen dem besten und dem schlechtesten der rund 3500 zertifizierten Verträge bei der Auszahlung im Alter ein Renditeunterschied von über 50.000 Euro (rund 100.000 Mark) liegen werde, sagte Meyer.
Der BdV-Geschäftsführer erwartet im kommenden Jahr ein wahres "Wechselfieber", da viele aus den abgeschlossenen Verträgen aussteigen und in bessere wechseln würden. Dies bringe für die Versicherten wegen der Abschlussgebühren jedoch erhebliche Kosten mit sich. "Verbraucher sollten deshalb mindestens bis Mitte 2002 abwarten, erst dann werden bessere Angebote mit Riester-Förderung auf den Markt kommen", sagte Meyer.
In diesem Jahr sind laut BdV bereits rund eine Million fehlerhafter Verträge zur Riester-Rente abgeschlossen worden. Ihnen fehlt nach Aussage Meyers der erforderliche Hinweis, wonach die Unterzeichner darauf aufmerksam gemacht werden, dass der Vertrag nicht auf seine wirtschaftliche Tragfähigkeit und die rechtliche Wirksamkeit der Bedingungen überprüft wurde. "Wer einen solchen Vertrag abgeschlossen hat, kann bis zu einem Jahr nach Zahlung des ersten Beitrages dem Abschluss widersprechen und alle Beiträge plus Zinsen zurückfordern", sagte Meyer.
Grundsätzlich sei die Riester-Förderung lediglich für Familien mit kleinen Kindern und im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge empfehlenswert. "Ansonsten gibt es wegen der zahlreichen Nachteile wie der eingeschränkten Verfügbarkeit des Geldes und der vollen Versteuerung bei Auszahlung wesentlich bessere Angebote zur Altersvorsorge wie beispielsweise Fondssparpläne", sagte der BdV-Experte.