Risiko-Check Welche Versicherungen Pflicht sind
Gut für Assekuranz-Kunden: Das neue Versicherungsvertragsgesetz erleichtert ihnen ab 2009 den Wechsel. Sie können dann ihren Vertrag nach spätestens drei Jahren und in der Folgezeit zumindest jährlich kündigen. Verbessert hat sich auch das Recht auf Sonderkündigung nach einem Schadensfall. Der Versicherte muss nur noch bis zum Ausstieg und nicht mehr bis zum Ende des Versicherungsjahres Beitrag zahlen.
Ein weiterer Vorteil: Das neugefasste Gesetz nimmt die Unternehmen bei Beratung und Information ihrer Kunden sehr viel stärker in die Pflicht. Oft müssen die Konzerne von sich aus darauf hinweisen, wenn es Anpassungsbedarf gibt. Allerdings können die Unternehmen sich von der Pflicht befreien lassen. Dafür müssen sie jedoch ihre Vertragspartner vorher umfassend über die Folgen einer solchen Befreiung informieren.
Mehr Kundeninformation wäre hilfreich. Denn häufig fällt das Angebot der Assekuranzen derart üppig aus, dass Verbraucher leicht die Übersicht verlieren können. Die Zeitschrift "Finanztest" hat jetzt analysiert, welcher Versicherungsschutz je nach Lebenssituation wichtig ist.
Einige Versicherungen mit Schutz gegen existenzielle Risiken sollte demnach jeder haben - unabhängig von Alter, Familienstand oder beruflicher Situation. Solche Risiken sind Krankheit und Haftpflichtforderungen wegen schwerer Schäden, die der Versicherte anderen zufügt und für die er persönlich haftet.
Unerlässlich sind daher Krankenversicherung und private Haftpflichtversicherung. Gesetzlich Krankenversicherte, die ins Ausland reisen, sollten zudem eine Auslandsreise-Krankenversicherung abschließen. Danach sollte jeder ausreichend Geld in die Altersvorsorge investieren.
Es gibt allerdings Unterschiede je nach Berufs- und Altersgruppen. Beispiel Studenten: Sie brauchen wenig eigenen Schutz. Hochschulbesucher sind häufig noch über ihre Eltern mitversichert. Sogar der Hausrat im WG- oder Wohnheimzimmer ist über die Police der Familie geschützt. Vorausgesetzt, sie haben noch keinen wirklich eigenständigen Hausstand.
Wer älter als 25 Jahre ist oder mehr als 400 Euro im Monat verdient, muss sich selbst absichern. Auch für Studenten und Berufseinsteiger ist bereits eine Berufsunfähigkeitsversicherung wichtig. Wer durch Krankheit oder Unfall nicht mehr arbeiten kann, bekommt heute meist keine staatliche Erwerbsminderungsrente mehr.
Familien sollten darüber hinaus eine Risikolebensversicherung abschließen. Das Geld von der Versicherung sichert den Angehörigen den Lebensunterhalt, wenn einer der Verdiener stirbt.
Bei Scheidungen müssen die Partner daran denken, einige Versicherungen wieder neu abzuschließen. Das gilt etwa für die private Haftpflichtversicherung. Wer vorher gesetzlich familienversichert war, muss sich zudem wieder selbst krankenversichern und den Mindestbeitrag von derzeit rund 125 Euro monatlich zahlen.
Zuweilen ist vorübergehend zusätzlicher Schutz sinnvoll, so zum Beispiel bei Hausbau. Mit einer Bauherrenhaftpflicht-Versicherung kann man sich dann gegen finanzielle Risiken bei Unfällen auf der Baustelle absichern. Wenn das Haus fertig ist, sollten Versicherte eine Wohngebäudeversicherung abschließen, die Schäden am fertigen Haus deckt. Oft lohnt der Abschluss der Versicherung bereits nach Abschluss des Rohbaus. Die Versicherung zahlt dann bereits, wenn ein Feuer das Haus vor Fertigstellung zerstört.